bildende kunst

AROUND THE LIGHT
Claudia Märzendorfer

bis sonntag / 3. mai 2020
walter buchebner saal

AROUND THE LIGHT
Claudia Märzendorfer

Mit 12 Leihgaben aus der Sammlung der Stadt Graz (Kulturamt)
Miriam Bäckström / Paul Celan / Martin Kippenberger / Korpys Löffler / Maria Lassnig / Constantin Luser / Lotte Lyon / Christian Ruschitzka / Fritz Panzer / Florian Pumhösl / Franz West / Erwin Wurm



In der Ausstellung von Claudia Märzendorfer geht es viel um Zeit. Diese manifestiert sich hier auf unterschiedliche Weise: als flüchtige Momentaufnahme in einer Spiegelung (Portraits), als eine Art Zeitkapsel in der dichten Zusammenstellung eines Querschnitts an Werken einer Sammlung, als visualisierte Gleichzeitigkeit mehrerer Bauphasen eines Gebäudes (Shared Space) und als ausgedehnte fotografische Studie über 24 Stunden – eine der Messeinheiten, mit denen wir die Zeit zu fassen versuchen – als Veränderung der Himmelsfarbe in einem Tag in der titelgebenden Arbeit AROUND THE LIGHT.



Die beiden Räume des kunsthaus muerz bespielt die in Wien lebende Künstlerin dabei auf jeweils spezifische Weise: Im Langhaus mit zwei großformatigen Projektionen (AROUND THE LIGHT und Unter ein Bild) prägen die Immaterialität des Lichts – mitunter zugleich Gegenstand und Träger der projizierten Bilder – zum einen und die Apparaturen, Kodak Karusell-Diaprojektoren, die eben die Lichtbilder erzeugen, den Raumeindruck, das stete Summen ihrer Lüftung und das für das Weiterdrehen des Karussellmagazins typische rhythmische Klackern geben den Ton an. Sie bringen buchstäblich Licht in den fensterlosen Raum: das von den Apparaturen erzeugte künstliche Licht, als Bildinhalt aber auch natürliches Licht, den Himmel, und damit einhergehend das Außen, und mit der Veränderung der Farbe des Himmels auch Bewegung. Bewegung, die wiederum mit der Bewegung der Diaprojektoren zusammenfällt …



Während sich in AROUND THE LIGHT die unterschiedlichen Lichtquellen und deren Bewegung zu einem Kreis schließen, fungiert Unter ein Bild hier als inhaltliche Scharnier und schließt den Kreis zur Installation im zweiten Raum.



In der Apsis sind auf einem niedrigen Sockel dicht an dicht Werke aus der Sammlung der Stadt Graz versammelt. Die Leihgaben, darunter Fotografien, Skulpturen, Malerei, Drucke und ein Gedicht stammen von neun Künstlern und drei Künstlerinnen unterschiedlicher Generationen und spiegeln gewissermaßen die Sammlungspolitik der steirischen Landeshauptstadt wider. Dieser Querschnitt an Arbeiten, viele aus den 1990er- und frühen 2000er-Jahren, repräsentiert zugleich eine Art verdichteter Zeit, was durch die gewählte Form der Präsentation unterstrichen wird.



Dazwischen steht, lapidar an die Wand gelehnt und mit Radiergummis als Distanzhalter zum Boden ein Cluster schwarz glänzender gerahmter Bilder in verschiedenen Formaten. Die Portraits führen hier einen Moment der Selbstreflexion und des Innehaltens ein, wenn man im Spiegelbild die Flüchtigkeit des Seins in der Beständigkeit eines größeren Zeitkontinuums erkennt.










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kh

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