brücken13 ein fest für die region

Oper für Kinder
Peter Maxwell Davies (1934)
The two Fiddlers (1978)
Oper in zwei Akten für jugendliche Spieler und Zuhörer

samstag / 15. juni 2013 / 19.30 uhr
kunsthaus muerz / anton webern saal

Michael Weiland, Storm
Hao Wang, Gavin
Nathalie Peña-Comas, Königin der Trolle
Benjamin Amsüss, König der Trolle

Chor des Gymnasiums Mürzzuschlag, u.a. mit:
Jasmin, Paula, Theresa, Laura, Semiha, Marijela, Eva, Larissa, Laura Hi., Laura Ho.
Einstudierung: Karin Pöschl-Mandlbauer

Chor der Musikschule Kindberg Sinfonietta Kindberg
Einstudierung: Klaus Steinberger

Korrepetition und Klavier: Mathilde Hoursiangou
Klaudia Reichenbacher, Regie und Ausstattung

Ernst Kovacic, Gesamtleitung

€12,- / € 6,-


Zu dem Komponisten und seiner Oper

Sir Peter Maxwell Davies, 1934 in der Nähe von Manchester geboren, ist einer der bedeutendsten Komponisten Großbritanniens. Er lernte früh Klavier, aber wichtiger für seine musikalische Erziehung waren die Dinge, die er sich selbst beibrachte, indem er Konzerte besuchte oder ausgeborgte Partituren studierte. Musik war seine Leidenschaft, die er in seiner Heimatstadt zu studieren begann. Unter seinen Studienkollegen in den mittleren 50ern waren einige später berühmt gewordene Komponisten und Instrumentalisten, mit denen er seinen Enthusiasmus für Neue Musik teilen konnte (z.B. Sir Harrison Birtwistle). Ihre Interessen galten der neuen europäischen Avantgarde (Stockhausen, Boulez, Nono usw.) und auch der indischen Musik. Zudem erforschte er in seiner Arbeit von Anfang an ganz bewusst die Beziehungen zwischen neuen musikalischen Wegen seiner Zeit (z.B. des Serialismus) und den traditionellen kompositorischen Methoden. Er schrieb viele Werke für das am Ende der 60er Jahre von ihm gegründete Kammerensemble "The Fires of London", das bis 1987 bestand. Um diese Zeit nahm er bereits die Verbindung zum "Scottish Chamber Orchestra" auf, bald auch zum "BBC Philharmonic Orchestra" und dem "Royal Philharmonic Orchestra". Mit diesen Klangkörpern verband ihn als Dirigent wie auch als composer in residence eine jahrelange, fruchtbare Zusammenarbeit. Davies, der noch heute als sehr produktiver Komponist agiert, hat in einer Vielzahl von Stilrichtungen und Gattungen komponiert, oftmals, indem er verschiedene Stile in einem Werk kombiniert hat. Seine Werkliste umfasst u.a. acht Symphonien, zehn Streichquartette, dreizehn Konzerte für diverse Instrumente und mehrere Opern. Mit über 200 veröffentlichten, weltweit aufgeführten Werken ist Peter Maxwell Davies einer der führenden Komponisten unserer Zeit. Unter andrem trägt er den Titel "Master of the Queen‘s Music". Die Musikerziehung hat schon früh in seinem Leben eine sehr wichtige Rolle eingenommen. Er hat eine Reihe leichterer Orchesterwerke geschrieben, einige Theatermusiken für Kinder und Laienmusiker und viele Stücke, die für pädagogische Zwecke geeignet sind. Seit den 70er Jahren lebt er auf den Orkney-Inseln vor der Nordküste Schottlands. Dort findet seit 1977 in Kirkwall das "St.Magnus Festival" statt, das er ins Leben gerufen hat.

Auf den Orkney-Inseln spielt auch die Kinderoper "The Two Fiddlers" (1978), die auf einer alten Legende dieser Gegend basiert. Zwei Fiedler, Gavin und Storm, begegnen im Wald auf der Heimkehr von einer Hochzeitsfeier den Trolls. Gavin kann entkommen, doch Storm wird von Ihnen in den Trollhügel entführt, um für das Königspaar und das dort versammelte, nur zu schwerfälligen Tänzen fähige Trollpublikum bei einem Fest aufzuspielen. Tatsächlich tanzen die Trolls bei seinem Spiel mit neuer Begeisterung, Grazie und Fertigkeit. Aus Dankbarkeit erfüllen sie ihm seinen Wunsch, der darin besteht, dass seine Mitbürger von jetzt an nie mehr arbeiten müssen. Derweil führt Gavin ein in allen Hinsichten zufriedenes Leben, gründet eine Familie, wird Großvater und erlangt einigen Reichtum. Da taucht Storm wieder auf. Erst jetzt merkt er, dass die Trolls ihn hinters Licht geführt hatten und dass er nicht nur, wie er glaubte, einige Stunden, sondern 21 Jahre bei den Trolls verbracht hatte. Er trifft, jung geblieben, seinen alt gewordenen Freund. Entsetzt entdeckt er, was er ungewollt angerichtet hat. Wieder vereint gehen die beide Freunde zu einer Party, so dass Storm mitansehen kann, wie träge die Menschen durch die Erfüllung seines Wunsches geworden sind. Sie sitzen vor dem Fernseher, haben keine Fiedelmusik und Tänze mehr, sind nur mehr faul und fett, und reden nicht einmal mehr miteinander, denn "wozu soll man reden, wenn man nicht mehr zu arbeiten braucht?". Storm stimmt eine neue Melodie an, um den Zauber zu brechen und den Leuten ihre Schaffensenergie wieder zurückzugeben. Tatsächlich wachen die Partygäste auf, fühlen neue Lebenskraft und kehren zu ihren Berufen zurück. Unter fröhlichen Festklängen besingt der Schlusschor die Moral der Geschichte ("Der Arbeit bleibt treu") und die lebensspendende Kraft der Musik.

Zu den Ausführenden

Wang Hao (Gavin) wurde 1980 in Wuhan (Volksrepublik China) geboren, wo er auch sein Studium mit Bakkalaureat an der Universität Jiang Han absolvierte. 2002 Diplomprüfung für Gesang an der Universität JiangHan in Wuhan (VR. China). 2007, Mitwirkung bei den "Wiener Festwochen" in "This is not a Love Song", einer Installation für Sänger und Schauspieler. 2008, Operndebüt als Belcore (L’elisir d’amore) im Stadttheater Bruck an der Leitha. Seit 2008 Gesangsstudium bei Professor Giorgia Michaelides an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Ab Anfang 2010, Vorstellungen als Don Giovanni im Stadttheater Bruck an der Leitha, der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien u.a.

Geboren im Jahre 1982, studiert Michael Weiland (Storm) zur Zeit an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Prof. Judith Kopecky und am Konservatorium der Stadt Wien (Operettenlehrgang) bei Wolfgang Dosch. Seit Kurzem auch Zusammenarbeit mit Constantin Zaharia. Erfolgreiche Konzerttätigkeiten fanden bei diversen Universitäts- und Konservatoriumsprojekten statt. "Podium Operette" (Anton-Dermota-Saal/Feb u. April 2013); "Schönbergs politische Schüler" (Schönberg-Center Wien/Nov. 2012); "ROOTS" (Haus der Region in Krems/Nov. 2012 und Gläserner Saal/Wiener Musikverein/Nov. 2010), sowie "Hugo Wolf in Wort, Bild und Ton" (Gläsernersaal/März 2010). Sehenswerte Opernprojekte der Universität waren "Figaros Hochzeit" (Mozart/Mai 2013); "The Telephone" (Menotti/April 2012 München(EVTA) und 2011 zahlreiche Aufführung in Wiener Schulen); "Il mondo della luna (Haydn/Ernesto/Juni 2009). Im Engagement stand Michael Weiland zum ersten Mal im Juni 2012 mit Gerd Kührs Agleia Federweiß (Julian) bei den "Brückenfestspielen" im "kunst haus muerz". Von Dezember 2013 bis Februar 2014 wird er in der Operette "Orpheus in der Unterwelt" (J. Offenbach) unter der Regie von Lucia Meschwitz in einer Deutschlandtournee, in der Rolle des Merkur mitwirken.

Nathalie Peña-Comas (Königin der Trolle) wurde in Santo Domingo (Dominikanische Republik) geboren und studierte Klavier und Querflöte am National Konservatorium ihrer Heimat. 2003-2008 studierte sie Klavier Pädagogik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und 2007-2011 Konzertfach Gesang bei Helena Lazarska und Annamaria Rott. 2009, nach zwei Jahren Gesangsausbildung debütiert sie als Zerlina in "Don Giovanni" im "Schönbrunner Schlosstheater". Weitere Engagements: Gretel in "Hänsel und Gretel", Rita in Donizetti’s "Rita", Gabi in "Aglaia Federweiss" von Gerd Kühr (Brücken Festival 2012) und Pamina in "Die Zauberflöte". Als Konzertsängerin trat sie u.a. beim "Festival Musical de Santo Domingo", "Haydnklang in Belvedere", "Montpellier Music Festival" auf und sang in berühmten Konzertsälen wie dem "Palacio de Bellas Artes" in Santo Domingo, der "Filharmonia Krakau", dem "Wiener Musikverein" und dem "Wiener Konzerthaus". In der "14. Ada Sari Competition of Vocal Art "(2011) erhielt sie den Sonderpreis für die beste Interpretation eines polnischen Werkes und den Preis für den "Most Promising Soprano". 2013 erhielt sie den Preis für "Künstlerische Leistung" des "Nationalen Jugend Preises der Dominikanischen Republik".

Klaudia Reichenbacher, in Graz geboren, lebt als freischaffende Regisseurin, Choreographin, Tänzerin und Schauspielerin in Graz. Studium der Theaterwissenschaft und Publizistik in Wien (Mag. Phil). 1989 Gründung des "TanzTheaterGraz", über 30 Tanztheatereigenproduktionen (Solo- und Ensemblestücke). Seit 2004 hauptsächlich Regiearbeiten und Schauspiel für das von ihr mit dem Schauspieler und Regisseur Alexander Mitterer gegründete "Theater Kaendace", das sich eigenen Kreationen und kritisch zeitgenössischem Literaturtheater und auch Kindertheater widmet. Seit 1999 Lehrtätigkeit an der "Kunst- u. Musikschule Deutschlandsberg" (zeitgenössischer Ausdruckstanz). Künstlerische Projekte mit Schülern aller Altersgruppen u.a. auch an der "Kunstschule Mürzzuschlag". Darüber hinaus Engagements an verschiedenen freien Bühnen, den "Vereinigten Bühnen Graz/Next Liberty", dem "Festival styriarte", "kunsthaus muerz", Festival "Brücken" u.a…

Sinfonietta Kindberg
Das Orchester der Musikschule Kindberg wurde 1998 vom Direktor und Cellisten Klaus Steinberger und dem Dirigenten, ehemaligen Wiener Philharmoniker und Absolventen der Kindberger Musikschule, Johannes Wildner gegründet. Es setzt sich zusammen aus Lehrern und Schülern, sowie ambitionierten Laien der Umgebung. Das Repertoire des Orchesters umfasst Musik aller Epochen und beinhaltet auch Uraufführungen zeitgenössischer Werke. Besonders wichtig und prägend ist die Zusammenarbeit mit namhaften Solisten und Dirigenten. Gastspieleinladungen nach Sopron und Gaaden bei Wien wurden gerne angenommen.

Die französische Pianistin Mathilde Hoursiangou, in Paris geboren und ausgebildet, lebt seit Anfang der 90er Jahre in Wien, wo sie sich in allen möglichen Besetzungen sehr intensiv am musikalischen Geschehen beteiligt. Sie ist freies Mitglied des "Klangforum Wien" und Mitglied des "Ensemble Phace". Mit dem Geiger Ernst Kovacic spielt sie seit über zwanzig Jahren regelmässig im Duo zusammen. Sie haben das gesamte Werk für Violine und Klavier von Friedrich Cerha aufgenommen.

Mathilde Hoursiangou



Zurück zur Übersicht

kh

kunsthaus muerz