literatur

Angelika Reitzer liest aus: "unter uns" und kurze Prosa
Einleitung: Thomas Eder

montag / 13. mai 2013 / 19.00 uhr
kunsthaus muerz / clix

Angelika Reitzer ist eine der herausragenden Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsprosa. Sie zeigt mit ihrem Werk, wie man heute noch und wieder erzählen kann, ohne in die literarischen Klischees der Weltabschilderung zu verfallen. Ihre Kunstprosa simuliert Beobachtungen der Außenwelt, sie geht auf sozialpolitische Gegebenheiten am Einzelbeispiel ein und schafft sie zugleich auch um.

Der Abend im kunsthaus muerz ist einer Präsentation von Reitzers Familienroman "unter uns" (Residenz Verlag 2010) und einer Lesung aus neuer Kurzprosa gewidmet.

"unter uns" ist ein Familienroman ohne Familie, berauschend klar und berührend nüchtern erzählt. Am Beginn steht ein Familienfest, das ein Abschiedsfest ist: Clarissas Eltern steigen aus, auch aus dem Leben der Kinder. Clarissa und all die anderen stehen in der Mitte des Lebens, aber doch nur irgendwie, ungefähr. Sie suchen ihren Platz in wechselnden Verhältnissen, zwischen einem Projekt und dem nächsten, ohne dass davon mehr bleibt als ein unsicheres Netzwerk von Kontakten und losen Beziehungen. Prekäre Ensembles.
Sicher, auch ein solides Familienleben ist möglich, in einem Haus, das Freunde von Clarissa erben. In einem der Zimmer im Keller kommt sie unter, vorübergehend, solange sie bleiben möchte. Aber eines Tages geht sie, sie steigt aus, als wäre sie in ihr Leben und das all der anderen nicht wirklich involviert gewesen. Ein großes Panorama der Gegenwart, einer Gegenwart der neuen Lebens- und Arbeitsverhältnisse, in der alles nur mehr auf Zeit ist. Und dieser Roman trifft ihren Nerv.

Daniela Strigl in ihrer Rezension im "Falter": "Großartig ist die sprachliche Präzision, ist der bald fließende, bald insistierende Rhythmus des Ganzen. ["> Dass es mit Clarissa kein gutes Ende nimmt, wird niemanden überraschen. "unter uns" ist nicht deprimierender, als gute Literatur sein muss, nicht tröstlicher, als gute Literatur sein darf."

Und Christian Doering: "Angelika Reitzer hat uns mit ihrem Buch ein großes Stück Arbeit in den Lesesessel gelegt. Sie hat ihren Finger auf Wunden gelegt, die nun niemand mehr übersehen kann. Jeder Leser sollte Schlüsse ziehen - vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung."

Informationen zur Autorin unter: www.angelikareitzer.at


Eintritt 6€ / 4€
Für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren Eintritt frei



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