literatur

Theater im Bahnhof
»FRANZ KAFKA. Ich kann auch lachen.«
Szenische Lesung.


mittwoch / 5. april 2017 / 19.30 uhr
kunsthaus muerz / clix

Das Adjektiv "kafkaesk" bedeutet laut Duden "auf unergründliche Weise bedrohlich” oder gemäß Wikipedia "ein unheimliches Gefühl dunkler Ungewissheit, einer rätselhaften unkonkreten Bedrohung, eines Ausgeliefertseins gegenüber schemenhaften dunklen Mächten".

Beim Lesen von Erzählungen Franz Kafkas hat der Leser also vermeintlich nichts zu Lachen. Sowohl Handlung als auch ihre sprachliche Umsetzung erscheinen in der Regel düster und bedrückend. Doch schon Max Brod, Kafkas Freund und Verleger, hat den lakonischen und skurrilen Humor, der den Texten bisweilen innewohnt, konstatiert:

"Wenn Kafka selbst vorlas, wurde dieser Humor besonders deutlich. So zum Beispiel lachten wir Freunde ganz unbändig, als er uns das erste Kapitel des Prozeß zu Gehör brachte. Und er selbst lachte so sehr, daß er weilchenweise nicht weiterlesen konnte. - Erstaunlich genug, wenn man den fürchterlichen Ernst dieses Kapitels bedenkt. (...) Ich weise nur auch auf das hin, was man sonst bei der Betrachtung Kafkas leicht vergißt: den Einschlag von Welt- und Lebensfreude."

Über Kafka lachen zu können, heißt keinesfalls ihn darauf reduzieren zu wollen. Wenn man aber aus Respekt vor Kafkas Werk vermeidet, darüber zu schmunzeln, bleibt dadurch viel unverstanden. Kafka selbst ahnte, dass die ihm eigene Ernsthaftigkeit alle Heiterkeit überschatten könnte: "Ich kann auch lachen, Felice, zweifle nicht daran", schrieb er 1913 in einem Brief, "ich bin sogar als großer Lacher bekannt."

Die szenische Lesung "Franz Kafka. Ich kann auch lachen.” spannt einen fiktiven - und selbst "kafkaesken” - Handlungsrahmen rund um Texte und Textauszüge aus Kafkas Werk und gibt Gelegenheit, sich diesem unter dem Blickwinkel des Humors neu zu nähern - ohne dabei seine grundsätzliche Ernsthaftigkeit in Frage zu stellen.

Eintritt 6 / 4

Für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren Eintritt frei







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