literatur

Die Schachnovelle von Stefan Zweig
Elisabeth Orth, Lesung

mittwoch / 28. november 2018 / 19.00 uhr
kunsthaus muerz

Die Rahmenerzählung spielt an Bord eines Passagierdampfers von New York nach Buenos Aires. Der Ich-Erzähler, ein österreichischer Emigrant, erfährt von einem Bekannten, dass der amtierende Schachweltmeister Mirko Czentovic mit an Bord ist, und versucht, in persönlichen Kontakt mit dem zurückhaltenden und verschlossenen Sprössling einer einfachen Donauschifferfamilie zu treten.

Czentovic wurde als Waise von einem Pfarrer aufgezogen. Doch auch nach jahrelangen Bildungsbemühungen blieb das Kind ein langsamer und ungebildeter Landbursche ohne ersichtliche Begabung, bis er ein durch Zufall zustandegekommenes Schachspiel gegen einen Freund des Pfarrers souverän gewann. In diesem Moment zeigt sich Czentovics außerordentliche Begabung für das Schachspiel.

Damit beginnt Czentovics Aufstieg. Im Alter von zwanzig Jahren erlangt er schließlich den Weltmeistertitel und reist als bezahlter Turnierspieler durch die Welt. Die Tatsache, dass ein einfacher Junge ohne intellektuelle Begabung die gesamte Schachwelt düpiert, andererseits aber auch aus Gewinnstreben gegen Amateure spielt, bringt ihm die Missgunst der Schachspielerzunft ein.

An Bord des Schiffes befindet sich auch ein wohlhabender Tiefbauingenieur namens McConnor. Als dieser von der Anwesenheit des Schachweltmeisters erfährt, setzt er sich in den Kopf, siegreich gegen diesen anzutreten. Czentovic erklärt sich – gegen Zahlung eines Honorars – zu einer Schachpartie bereit, will aber nicht nur gegen McConnor, sondern gegen alle Anwesenden spielen. Der Schachweltmeister gewinnt mühelos die erste Partie, und der ehrgeizige Ölmillionär verlangt Revanche. Die bereits abzusehende zweite Niederlage McConnors wird durch den spontanen Eingriff eines Fremden abgewendet, der sich Dr. B. nennt und offenbar ein weitaus besserer Spieler ist als McConnor – zumindest verhält sich Czentovic so, als sei jetzt überhaupt erst ein Gegner vorhanden. Die Partie endet Remis. Allerdings ist Dr. B. nicht gewillt, eine weitere Partie zu spielen, was erst recht das Interesse des Ich-Erzählers weckt.

Eintritt 6€/4€


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kh

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