Adalbert Stifter, Peter Rosegger

Der aus dem böhmischen Oberplan (Horní Planá) stammende Adalbert Stifter (1805-1868) machte in seinen Wiener Jahren (1826-1848) den entscheidenden Schritt zum anerkannten Dichter. Mit seinen Erzählungen der Sammlung Studien (1844-1850) wurde er berühmt: Thomas Mann nannte Adalbert Stifter einen der merkwürdigsten, hintergründigsten, heimlich kühnsten und wunderlich packendsten Erzähler der Weltliteratur […]“. Stifters Intensität der Naturdarstellungen vor allem in seinen Böhmerwald-Erzählungen verdankt sich wohl zu einem entscheidenden Teil der Situation des Entfremdeten in der Großstadt – seine Dichtung wurde zu einer erinnernden „Heimkehr in der Dichtung“. Davon wird der erste Teil des Vortrags von Johann Lachinger, des international ausgewiesenen Stifter-Experten und langjährigen Leiters des Linzer Adalbert-Stifter-Instituts, handeln. Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht Peter Roseggers Beziehung zu Adalbert Stifter, den er in dessen letztem Lebensjahr 1867 in Linz persönlich kennengelernt hat. Roseggers Einsatz für die Wiederentdeckung des nach seinem Tod schon fast vergessenen Stifter stellt ein bemerkenswertes Kapitel der Rezeption und Wirkung Stifters dar – ein Phänomen der Wesensverwandtschaft, die in facettenreichen Varianten bis zu Thomas Bernhard und Peter Handke reicht. Der Schauspieler Markus Hering, Mitglied des Ensembles des Wiener Burgtheaters, wird aus den Werken Stifters und Roseggers lesen.

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Mo / 27.03.2006

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