Amerika!!!

Riga Sinfonietta Quartet / Aleksejs Bahirs, Violine / Agnese Kannina-Liepina, Violine / Liene Klava, Viola / Karlis Klotins, Violoncello / Normunds Sne, Tontechnik George Crumb Black Angels Thirteen Images from the Dark Land For electric string quartet John Adams John’s Book of Alleged Dances Steve Reich Triple Quartet [b]Amerikanische Aspekte [/b] George Crumb, 1929 in Charleston (West Virginia) geboren, gilt heute bereits als Klassiker der amerikanisch geprägten neuen Musik. Charles Ives mag für ihn ein Ausgangspunkt gewesen sein, zu John Cage bildet er quasi einen Kontrapunkt. Crumb studierte an der University of Michigan, weiters bei Boris Blacher an der Berliner Musikhochschule. 1965 bis 83 lehrte Crumb Komposition an der University of Pennsylvania, 1968 wurde er mit dem Pultizer-Preis ausgezeichnet. Crumbs Kompositionen haben oft einen kosmisch-kontemplativen Hintergrund, durchsetzt mit lyrisch-mystischen Gedanken. Gelegentlich stützen Zitate aus der Literatur (z. B. Blaise Pascal) die klangliche Atmosphäre. In seinem Schaffen spielt die Klangfarbe eine bedeutende Rolle, deren Spektrum er durch das Einbeziehen neuer Instrumentaltechniken und elektronischer Musik bereichert. Außerdem hat er eigenständige Notationsformen entwickelt. Das Streichquartett Black Angels, Bilder aus dem dunklen Land, fußt in der Zahlenmystik: 7 als heilige Zahl und 13 als deren Gegenteil. Die 13 Sektionen des Stücks sind symmetrisch angeordnet, Kernstück ist der 7. Teil. Außerdem ist die Seelenwanderung angedacht. Insgesamt eine Parabel über die gestörte (heutige) Welt, mit der Polarität Gott gegen Teufel (schwarzer, gefallener Engel). Überdies ist das Werk in drei Gruppen gegliedert: I.: Abreise; mit den Gliedern Threnodie (Klagelied) 1, Nacht der elektrischen Insekten; Klänge von Knochen und Flöten; Verlorene Glocken; Teufelsmusik; Danse macabre. II.: Absenz; mit den Gliedern Pavane der Tränen; Threnodie 2 (schwarze Engel); Sarabande vom dunklen Tod; Verlorene Glocken (Echo). III.: Rückkehr; mit den Gliedern Gottesmusik; Stimmen aus alter Zeit; danach deren Echo; und Threnodie 3 (wie 1). Die Streichinstrumente sind elektroakustisch verstärkt, um den realen Klang zu überhöhen. Unübliche Effekte entstehen durch erweiterte Spieltechniken. John Adams, 1947 in Worcester (Massachusetts) geboren, war Klarinettist im Boston Symphony Orchestra, bevor er sich dem Komponieren (Studien u. a. bei Roger Sessions) und Dirigieren zuwandte. 1971 bis 81 unterrichtete er Komposition am Konservatorium von San Francisco. Dem Schaffen von Ives galt sein Interesse. Adams gehört zu jener Gruppe von Komponisten, die man unter dem Etikett \"Minimal Music\" zusammenfasst (darunter Philip Glass, Steve Reich u. a.). Er dehnt, verlängert jedoch die hiefür typischen Repetitionsmuster (kleine motivische, rhythmische, harmonische Zellen) und entwickelt sozusagen Ketten von Schleifen, die mehr oder weniger variiert an die jeweils vorangegangene anknüpfen (eines seiner Stücke nennt er \"Shaker Loops\"). Solcherart entstehen melodiöse Passagen, die zuweilen von Zitaten aus der klassischen und romantischen Musik durchsetzt sind und immer im Idiom der Tonalität bleiben. Berührungsängste zur musikalischen Tradition kennt er nicht, und er baut etliche Brücken von der so genannten E- zur U-Musik und zum Jazz. Weithin bekannt wurde Adams durch die Opern \"Nixon in China\" (1987) und \"The Death of Klinghoffer\" (1991). John’s Book of Alleged Dances, 1994 vom Kronos-Quartett uraufgeführt, ist eine zehnteilige Sammlung \"vermeintlicher” Tänze. Ihrer Reihenfolge nach sind sie austauschbar, und es müssen nicht alle Teile aufgeführt werden. Ihre Titel bezeichnen einerseits Musikformen wie Pavane, Habanera, Ständchen (Die kleine Serenade), andererseits haben sie einen assoziativen oder absurden Anstrich, wie etwa \"Hammer und Sichel\", \"Alligator Escalator\" oder \"Stoppelige Schrulle\" (resp. \"Viertelnote\"). Steve Reich, 1936 in New York geboren, gilt als der Vater der Minimal Music. Diese ist, abgesehen von der Harmonik, peripher von außereuropäischer Musik (Afrika, Bali) beeinflusst. Vergleichbar mit Reichs Kompositionen sind die von Terry Riley und La Monte Young. Reich lagert die bei Adams erwähnten Zellen in Schichten (instrumentalen und vokalen Linien) übereinander und verschiebt sie zeitlich. Zum Beispiel: ein rhythmischer Wert wird in einer Schicht gegenüber der anderen verlängert resp. verkürzt, oder ein Motiv wird um eine Intervallfolge erweitert resp. reduziert, wodurch der Zusammenklang auseinander driftet. Das Gebilde verändert sich minimal, kaum merklich. Um diese \"Phasenverschiebungen\" wahrnehmbar zu machen braucht es Zeit, und daher sind derlei Stücke meist von ausgedehnter Dauer. Reich studierte an der Juilliard School of Music (New York), weiters bei Darius Milhaud und Luciano Berio in Kalifornien. Zusätzliche Schulung ermöglichte ihm das Tape Music Center in San Francisco. Wieder in New York, gründete er ein eigenes Studio. 1970 befasste er sich in Ghana eingehend mit afrikanischer Trommeltechnik. Ab 1988 wandte er sich dem dokumentarischen Musik-Video-Theater zu (mit politisch-kritischen Themen), in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Videokünstlerin Beryl Korot, etwa \"The Cave\" oder \"Three Tales\" (beide Werke bei den Wiener Festwochen aufgeführt). 2008 vereinbarte die Paul-Sacher-Stiftung in Basel mit Reich, dessen Musikarchiv zu übernehmen. Das Triple Quartet für verstärktes Streichquartett entstand 1998. Entweder spielen de facto drei Streichquartette, oder es wird bei der Aufführung mit nur einem Streichquartett ein vorproduziertes Tonband zugespielt, um die Phasenverschiebung von drei Schichten zu realisieren. L. K. Mitveranstalter: röm.-kath. Pfarre Neuberg an der Mürz Greißlerei beim Münster Traude Holzer Kartenpreise: 19€ | 9€

Infos & Tickets

Fr / 19.06.2009
19.45 Uhr
neuberg an der mürz / grünangerkirche

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