ausstellung josef mikl / stefan jess-kropfitsch

[b]ausstellung josef mikl stefan jess-kropfitsch, violoncello zoltan kodály aus: cellosonate op 8 peteris vasks gramatam cellam für cello solo[/b] … mit dem sogenannten schönen Schein ist es alle Male nicht getan. Alle Male geht es Josef Mikl um künstlerische Wahrhaftigkeit, begründet am Gegenständlichen, um eine Wahrhaftigkeit, welche die wenigsten vom Künstlerleben suchen. Die wirklich wahre Wahrheit ist, wie man weiß, schwierig, aber, wie sich herausstellt, dauerhaft wie sonst nichts. Otto Breicha Gemeinsam mit dem nur ein Jahr älteren Bela Bartok gilt [b]Zoltán Kodály[/b] als Begründer der modernen ungarischen Musik. Wie in vielen Staaten Nord-, Ostund Südeuropas waren auch in Ungarn zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts starke Bestrebungen zu verzeichnen, sich – korrespondierend zu den politischen Entwicklung – auch in der Kultur auf die eigenen nationalen Wurzeln zu besinnen und so den westeuropäischen Einfluss zu sublimieren.In Finnland Jean Sibelius, in Litauen Mikolaijus Ciurlionis, in Polen Karol Szymanowski, in Mähren Leos Janacek – überall unternahmen bedeutende Musiker den Versuch, eine moderne Musik zu komponieren, die weder ihre nationalen Wurzeln verschweigt, noch diese im Sinne eines Exotismus als illustratives Element missbraucht. Kodály und Bartok kommt hierbei eine Sonderstellung zu, da sie nicht nur als Komponisten aktiv waren, sondern sich darüber hinaus auch um die Quellensicherung und musikwissenschaftliche Aufarbeitung der ungarischen Volksmusik verdient gemacht haben. Die Sonate op. 8 entstand 1915, also zu der Zeit der engsten Zusammenarbeit mit Bartok auf diesem Gebiet. Neben den drei Sonaten von Max Reger ist Opus 8 das erste Werk für Solocello seit den Suiten Johann Sebastian Bachs. Anders als Reger versuchte Kodály hier jedoch nicht Bach zu imitieren bzw. zu übersteigern, sondern schafft hier etwas gänzlich Eigenständiges, wie es Bartok formulierte: "Die Ideenwelt ist vollkommen neuartig, die Ausdrucksmittel die denkbar einfachsten." Trotz dieser scheinbaren Einfachheit ist das Werk hochvirtuos und ein Meilenstein der modernen Literatur für dieses Instrument. Der lettische Komponist [b]Peteris Vasks[/b] ist hierzulande einem breiteren Publikum noch immer unbekannt, trotz der teilweise berückenden Klangschönheit seiner Werke. Vasks hat archaisch-folkloristische Elemente der lettischen Musik in seine Kompositionen eingebracht. Seine Werke tragen meist programmatische Titel, die sich auf naturhafte Vorgänge beziehen, doch geht es Vasks nicht um eine poetische Lobpreisung der Natur oder eine Landschaftsschilderung als ästhetisches Ideal. Die wechselseitige Beziehung zwischen der Natur und dem Menschen, die Schönheit des Lebens und die drohende ökologische und moralische Zerstörung dieser Werte sind vielmehr die Themen, die Vasks vornehmlich in seinen jüngsten Werken aufgreift und musikalisch gestaltet. Stark beeinflusst von den polnischen Komponisten der Nachkriegszeit, integrierte er sowohl die Aleatorik Witold Lutoslawskis wie auch die Sonoristik Krzystof Pendereckis. Peteris Vasks wurde 1946 in Aizpute (Lettland) geboren und besuchte die Musikakademie in Riga und die Litauische Musikakademie in Vilnius, wo er bis 1970 ein Kontrabassstudium bei Vitautas Sereika absolvierte. Von 1973 bis 1978 studierte er Komposition bei Valentin Utkin an der Lettischen Musikhochschule in Riga; von 1963 bis 1974 war Vasks Mitglied verschiedener Symphonie- und Kammerorchester, so unter anderem beim Philharmonischen Orchester von Litauen, beim Philharmonischen Kammerorchester von Lettland und beim Lettischen Rundfunk- und Fernsehorchester. 1996 wurde er zum "Main Composer" des Stockholmer Festivals für Neue Musik ernannt und mit dem Herder-Musikpreis der Alfred Toepfer Stiftung ausgezeichnet. Dreimal erhielt er für ein Werk den Großen Musikpreis Lettlands. Im Jahr 2005 war er "Composer of the Year" der MIDEM in Cannes und die Einspielung seines Violinkonzerts Fernes Licht und der 2. Symphonie bei Ondine wurde mit dem Cannes Classic Award ausgezeichnet. Vasks lebt als freischaffender Komponist in Riga. Sein "grammatam cellam" genanntes Werk entstand für David Geringas.

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Do / 04.10.2007
19:30 Uhr
mürzzuschlag / galerie kunsthaus muerz

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