BACH unbegleitet

baroque 25/26

Gottfried von der Goltz – Barockvioline
Balázs Máté – Barockcello und Violoncello piccolo

Philipp Blom
– Rezitation


Die Solowerke für Streichinstrumente zählen zu den erhabensten Schöpfungen Johann Sebastian Bachs. Sie entstanden vermutlich zwischen 1717 und 1720 in Köthen und entfalten ohne Begleitung eine klare, architektonische Klangwelt und geben tiefe Einblicke in Bachs Verständnis von Form, Kontrapunkt und Instrumentaltechnik. Sie stellen höchste Anforderungen an Technik, Ausdauer und Interpretation. Trotz der „nur“ einstimmigen Instrumente gelingt Bach die Illusion von Mehrstimmigkeit und orchestraler Klangfülle. Bach schreibt eine Musik, die weit über eine bloße Tanzfolge hinausgeht: Innere Dramatik, meditative Ruhe und expressive Intensität machen diese Werke zu einem unverzichtbaren Bestandteil heutiger Konzertprogramme, sie gehören zu den am häufigsten eingespielten und aufgeführten Kompositionen Bachs.

Unter den Fingern von zwei Großmeistern ihres Instruments – Gottfried von der Goltz, Konzertmeister des Freiburger Barockorchesters und Balázs Máté, Solocellist des Concert des Nations von Jordi Savall – kündigt sich ein faszinierendes Konzerterlebnis an. Philipp Blom, die Stimme der Kultur im ORF, rezitiert Briefe von Johann Sebastian Bach.

 

Programm:

Ludwig van Beethoven über Johann Sebastian Bach 
Suite für Violoncello Solo Nr. III C-Dur, BWV 1009
Prélude, Allemande, Courante, Sarabande, Bourrée I/II, Gigue

Johann Sebastian Bach über die Musik
Brief an GEORG ERDMANN LEIPZIG, 28. 10. 1730
Sonate für Violine Solo II a-Moll, BWV 1003
Grave, Fuga, Andante, Allegro

Pause


Pablo Casals – Die Quintessenz aller Musik
Suite für Violoncello Solo Nr. VI D-Dur, BWV 1012
Prélude, Allemande, Courante, Sarabande, Gavotte I/ II, Gigue

Philipp Blom „Sei solo à Violino“ aus Italienische Reise
Partita für Violine Solo, II d-Moll, BWV 1004
Allemanda, Corrente, Sarabanda, Giga, Ciaccona

 

 

 

Gottfried von der Goltz wurde in Würzburg geboren. Er studierte in Hannover bei Ramy Shevelov und hat seine Ausbildung an der New Yorker Juilliard School und bei Rainer Kussmaul an der Freiburger Musikhochschule abgeschlossen.
Bereits mit 21 Jahren wurde er Mitglied des Sinfonieorchesters des NDR in Hamburg. 1987 gründete er mit Gleichgesinnten das Freiburger Barockorchester, dem er sich ab 1988 ganz widmete und dessen künstlerischer Leiter er bis heute ist. Wie im 18. Jahrhundert üblich, leitet er das FBO vom Pult des Konzertmeisters aus. Sein Repertoire erstreckt sich vom Frühbarock bis in die musikalische Gegenwart, von den wichtigen Werken der Kammermusikliteratur zu den großen Solo-Violinkonzerten des 19. und des 20. Jahrhunderts, illustriert durch eine breite Diskografie, die ihn als ungemein vielseitigen und flexiblen Musiker ausweist. Vor allem mit CD-Einspielungen der lange zu Unrecht vergessenen Musik des Dresdner Barock und der vier Bach-Söhne hat sich Gottfried von der Goltz in Fachkreisen den Ruf eines Spezialisten erworben.
Neben seinen zahlreichen Auftritten mit dem FBO arbeitet Gottfried von der Goltz regelmäßig (als Gastdirigent und als Solist) mit den Berliner Barocksolisten, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, dem hr-Sinfonieorchester, dem Tafelmusik Baroque Orchestra und anderen Ensembles zusammen. Für einige Jahre war er dem Norsk Barokkorkester als künstlerischer Leiter eng verbunden.
Gottfried von der Goltz hat sich als Solist und als Kammermusiker international einen Namen gemacht. So tritt er regelmäßig mit virtuosen Solo-Konzerten und als musikalischer Leiter in den großen Sälen der Welt auf. Zu seinem Repertoire gehören neben den wichtigen Werken der Kammermusikliteratur auch die großen Solo-Violinkonzerte des 19. und des 20. Jahrhunderts. Mittlerweile wurde teils mit dem Freiburger Barockorchester teils kammermusikalisch eine große Anzahl von CD-Produktionen veröffentlicht.
Gottfried von der Goltz hegt auch eine große Leidenschaft für Kammermusik, der er in unterschiedlichen Formationen nachgeht. Als Professor an der Hochschule für Musik Freiburg ist er ein gefragter Lehrer für barocke und moderne Violine.

 

Balázs Máté (geb. 1965 in Budapest) begann seine Violoncellostudien mit 8 Jahren. 1979-83 war er Student des „Béla Bartók Musikgymnasiums Budapest“, wo er bei László Szilvásy – dem Schüler des legendären spanischen Cellovirtuosen, Gaspar Cassadó – studiert hat. 1983-88 Student der „Franz Liszt Musikakademie Budapest“. Seine Professoren: Tamás Koó (Violoncello), Ferenc Rados und György Kurtág (Kammermusik).
1985 wurde er Mitglied des „Ungarischen Nationalphilharmonischen Orchesters“, eines der drei Spitzenorchester Ungarns. Diese Stelle behielt er bis 1992. Danach wurde er für einige Jahre Kammermusik-Professor des „Leo Weiner Musikgymnasiums Budapest“. Er interessierte sich schon früh für die historische Aufführungspraxis alter Musik und studierte 1990-92 Barockcello am Königlich Holländischen Konservatorium Den Haag bei Jaap ter Linden. 1992 erwarb er hier sein Künstlerdiplom im Fach Barockcello. Er nahm auch Kammermusikstunden am Mozarteum Salzburg bei Nikolaus Harnoncourt. Er ist Gründungsmitglied des ungarischen Barockorchesters „Concerto armonico“ und des „Trio Cristofori“. Seit den 90-er Jahren ist er auch international tätig und wurde Solocellist in einigen weltberühmten Barockorchestern und Ensembles, wie unter anderem seit 1991 „Le Concert des Nations“, seit 1994 „Wiener Akademie“, seit 1994 „The Rare Fruits Council” und seit seit 2001 „Austrian Baroque Company”.

1995 gründete er das Barockensemble Aura musicale, dessen Leiter er ist. Mit diesem und auch als Solist gab er viele Konzerte u.a. an folgenden bedeutenden Festivals: Tage Alter Musik Würzburg, Tage Alter Musik Sopron, Schleswig-Holstein Musikfestival, Bachwochen Thun, Festival Bach de Lausanne, Cervantino Mexiko, Innsbrucker Festwochen, Lufthansa Festival London, Bach Marathon Budapest, Händel Marathon Budapest, Bachwoche Budapest, ADMA Concerts Fribourg, Haydn Festspiele Eszterháza, Salzburger Festspiele, styriarte, Mozartwoche Salzburg. Er machte wichtige CD-Ersteinspielungen für Hungaroton, die von der internationalen Kritik enthusiastisch empfangen wurden. Der Aufnahme „Giuseppe Valentini: 7 Bizzarrie, Op. 2“ wurde die renommierte Vivaldi-Auszeichnung der „Fondazione Cini Venedig“ verliehen. Im Bach-Jahr 2000 erschienen sämtliche Cellosuiten von J.S.Bach in der Einspielung von Balázs Máté auf Originalinstrumenten bei Hungaroton. Er debütierte als Solist im Oktober 2000 mit großem Erfolg im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins.

Das Repertoire von Balázs Máté reicht von ca. 1600 (Frescobaldi, da Selma) bis weit in die Romantik (Schumann, Mendelssohn, Brahms, C.Franck) hinein. Er spielt auf folgenden Instrumenten: barockes, romantisches und modernes Violoncello, Violoncello piccolo (4- und 5-Saitig), Basse de violon (BB- oder C-Stimmung). Er ist gesucht auch als Continuocellist in Oratorien- und Opernproduktionen. 2002 gründet er gemeinsam mit L. Paulik, E. Rácz und É. Posvanecz das Streichquartett Quartetto Luigi Tomasini, das ebenfalls auf Originalinstrumenten musiziert. Seine ersten Auftritte als Operndirigent fanden 2016 an der Musikakademie Budapest bei einer gefeierten Bühnenproduktion der „Orontea” von A. Cesti statt. Er ist auch als Lehrer tätig: Er gab viele erfolgreiche Kurse in Österreich (Austrian Baroque Academy), Ungarn (Musikakademie Budapest, Tage Alter Musik Sopron, Miszla Baroque), sowie in den USA (UCLA), Südafrika (Universität Kapstadt und Stellenbosch), der Slowakei (Kunstakademie Banská Bystrica) und Argentinien (Univerität Córdoba und Buenos Aires). Er war 2004-18 der Cellotutor des „European Union Baroque Orchestra”. 2010-2012 leitete er als Professor die von ihm aufgebaute Barockcelloklasse an der Hochschule für Musik Felix Mendelssohn-Bartholdy Leipzig. Seit 2024 ist er Universitätslehrer für Barockcello an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz.
Balázs Máté erhielt 2010 den „Liszt Preis”, den ungarischen Staatspreis für besondere Verdienste im Musikleben. Er wirkte bei ca. 100 Schallplattenaufnahmen mit und ist solistisch auf zahlreichen CDs zu hören.
(Stand März 2025)


Philipp Blom (1970) wuchs in Hamburg und in Detmold, Nordrhein-Westfalen auf. Nach Studien in Wien und Oxford, während denen er auch als Lehrer arbeitete, promovierte er in Geschichte. Während seiner Zeit in Oxford publizierte er den Roman The Simmons Papers, den er, wie mehrere seiner folgenden Bücher, auf Englisch verfasste und dann selbst ins Deutsche übersetzte.

Von 1997 bis 2001 lebten Blom und seine Frau Veronica Buckley in London, wo er zuerst als Lektor in einem Verlag und dann als Autor und freier Auslandskorrespondent für deutsche, Schweizer und britische Zeitungen und Zeitschriften und Radiosender arbeitete. 2001 ließ er sich in Paris nieder, um sich ganz auf seine Bücher zu konzentrieren. Seit 2007 lebt er gemeinsam mit seiner Frau in Wien. Neben seinen historischen und literarischen Werken ist er journalistisch tätig, moderiert die Sendung „Punkt Eins“ auf dem österreichischen Kultursender Ö1, macht Filme wie die mehrfach preisgekrönte Dokumentarserie „Der taumelnde Kontinent“ und kuratiert Ausstellungen in Europa und den USA. Vortrags- und Lesereisen führen ihn in verschiedene Länder Europas, die USA, Kanada und Südamerika. Von 2010 bis 2011 arbeitete er auf Einladung des Präsidenten am Getty Research Institute in Los Angeles.

Philipp Bloms Bücher verbinden historische Forschung, philosophische Erkundungen und gelegentlich Belletristik. Vor dem Hintergrund von gegenwärtigen Umbrüchen wie der Erderwärmung und der Digitalisierung wendet er sich auch in seinem Buch Was auf dem Spiel steht (2017) verstärkt Gegenwarts- und Zukunftsthemen zu. 2009-2010 hielt er eine Research Fellowship am IFK (Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften), 2017 hielt er eine Visiting Fellowship am IWM (Institut für die Wissenschaften vom Menschen).

Mehrere von Philipp Bloms Büchern sind Bestseller. Seine Werke wurden in 16 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Groene Waterman Prijs (Antwerpen) und dem Premis Terenci Moix (Barcelona). Sein Buch Der taumelnde Kontinent wurde mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis für das beste Sachbuch des Jahres 2009 ausgezeichnet. Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung wurde 2011 mit dem Gleim Preis ausgezeichnet sowie als Historisches Buch des Jahres 2011 gekürt. 2018 hielt Blom die weithin beachtete Eröffnungsrede bei den Salzburger Festspielen. Ab 2024 ist Philipp Blom Intendant der Dachstein Dialoge.

 

 

 

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(c) Foto: Bach-Archiv Leipzig

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