Ensemble REIHE Zykan +
Katharina Gebauer – Sopran
Anna Hauf – Alt
Richard Klein – Tenor
Gernot Heinrich – Tenor
Gebhard Heegmann – Bassbariton
Michael Mautner – künstlerische Leitung und Klavier
Irene Suchy – Dramaturgie und Moderation
Zum 80. Geburtstag von Elfriede Jelinek am 20.10.2026 widmet sich REIHE Zykan+ einer Seite ihres Schaffens, die selten im Mittelpunkt steht: die der Musikerin und Komponistin.
Zwischen Werken von Otto M. Zykan, Gerd Kühr, Michael Mautner, Hannes Schöggl und Maria Gstättner entsteht ein musikalischer Dialog über Sprache, Erinnerung und Geschichte. Die Lebenswege
von Elfriede Jelinek und Herta Reich berühren sich in Mürzzuschlag auf unterschiedliche Weise und machen deutlich, wie eng persönliches Erleben und gesellschaftliche Verantwortung miteinander
verbunden sind.
Ilse Weber (1903–1944)/ Michael Mautner (*1959)
Trostgesänge für vier Stimmen a capella
Maria Gstättner (*1977) nach Elfriede Jelinek
Lisas Schatten für vier Stimmen (Uraufführung)
Otto M. Zykan (1935–2006) nach Wolfgang Bauer
Krüppel Sprache für 5 Stimmen und Schlaginstrumente
Elfriede Jelinek (*1946)
klage und meine liebe – 2 Lieder für Sopran und Klavier
Michael Mautner nach Peter Handke
Publikumsbeschimpfung für vier Stimmen und Klavier
Michael Mautner
Schubert gesanglich für 5 Stimmen: aus der Winterreise
Gerd Kühr (*1952) / nach Elfriede Jelinek
Chöre aus der Kommunaloper Robert der Teufel für vier Stimmen
Hannes Schöggl (*1993) nach Christian Morgenstern für vier Stimmen
Fisches Nachtgesang
Das 2020 von Irene Suchy und Michael Mautner gegründete Vokal- und Instrumentalensemble REIHE Zykan + widmet sich einem Aspekt, der in der zeitgenössischen Musiklandschaft unterbelichtet ist: dem Humor, der Satire. Ausgehend von Werken des Namenspatrons Otto M. Zykan und seines Umfeldes wird dem „Schmäh als ästhetische Strategie“ (Irene Suchy) angemessen Rechnung getragen. Im Zentrum des Repertoires stehen Werke für Vokalensemble für 4 bis 5 Stimmen, die oft im Zwischenraum von Singen – Sprechen – Voiceperformance angesiedelt sind – ein Genre, das das Ensemble in einzigartiger Weise performt. Das Ensemble kooperiert besonders gern mit Museen und Galerien und zelebriert Gedenktage zu Pazifismus, jüdischer Geschichte und zu Frauen-Themen. Einladungen ergingen bisher von u.a. Wien Modern, MuTh, RadioKulturhaus Wien, Vienna City Gallery Walk, Pfingstklang Festival Klagenfurt, Konzertreihe Frauenstimmen, Nordico Museum Linz, Kultur Sommer Wien, Alte Schmiede oder Aspekte Salzburg. Im Repertoire sind Werke von Zykan, Mautner, Bauckholt, Mayako Kubo, Pia Palme, Ilse Weber, Elfi Aichinger, Doderer, Gstaettner, Jon Cage, Meredith Monk, Feldman, Caroline Shaw, Erwin Schulhoff, Tsangaris, Kühr und viele andere.
Irene Suchy, gebürtige Wienerin, Dr. phil. Mag. artium, hat Studien der Musikwissenschaft und Germanistik, der Musikpädagogik und Instrumentalmusikpädagogik Cello in Wien und Tokyo absolviert. Sie war 35 Jahre lang Musikredakteurin bei Ö1, ist Lehrbeauftragte an internationalen Universitäten, Ausstellungsmacherin, Moderatorin, Dramaturgin, Librettistin und Literatin.
Sie hat Publikationen zur neueren Musikgeschichte – Paul Wittgenstein (2006), Otto M. Zykan (2008) und Friedrich Gulda (2010), zur Geschichte der abendländischen Musik in Japan, zu NS-Verfolgten und zur NS-Musikexilgeschichte, zu feministischer Musikologie sowie zur Zeitgeschichte – Strasshof an der Nordbahn (2012) herausgebracht. 2013 erschien “Henzes Utopie. Jugend. Musik. Fest. Deutschlandsberg 1984 – 2003” und eine literarische Arbeit „Litanei gottloser Gebete“, 2015 „Schmäh als ästhetische Strategie der Wiener Avantgarde“, 2016 die Bände „ZYKAN STAAT KUNST“ und „ZYKAN WEISE POESIE“, 2017 erarbeitete sie gemeinsam mit Susanne Kogler „Partituren des Körpers!“ über die Geste in der Komposition. Gemeinsam mit Michael Mautner hat sie „Staatsoperette – die Austrotragödie“, Bühnenfassung nach „Staatsoperette“ von Zykan – Novotny, erarbeitet. Im Frühjahr 2027 erscheint bei Böhlau „Maria Theresia Paradis – Möglichkeiten und Grenzen einer blinden Musikerin.“ Seit 2018 betreibt sie mit ihrem Verein „maezenatentum.at – Institut für künstlerische Forschung“ intensive künstlerische Forschung an Komponistinnen. Eines der künstlerischen Outputs ist das Programm Neujahrskonzert / Tanzmusik der Komponistinnen, als CD bei Gramola 2026 erschienen. Seit 2020 leitet sie gemeinsam mit Michael Mautner das Ensemble REIHE Zykan + https://www.reihezykanplus.org/ , ein Vokal- Instrumentalensemble für höchste Ansprüche in Neuer Musik. Seit 2023 kuratiert sie die Konzertreihe „Close up – Musik nah und neu“ im MuTh, Konzertsaal am Wiener Augarten mit acht Doppelkonzerten pro Saison, abends für (erwachsenes) Publikum und anderntags für Schulklassen. Irene Suchy ist Trägerin des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich und des Landes Niederösterreich, des Bank Austria Kunstpreises für Kulturjournalismus und des Karl Renner Preises. Sie ist Kulturjournalistin des Jahres 2017.
Michael Mautner, geboren in Salzburg, lebt und arbeitet in Wien und Salzburg. Studium in Komposition und Dirigieren am Mozarteum in Salzburg bei Gerhard Wimberger. sowie Musikwissenschaft an der Universität Salzburg. Meisterklassen mit Witold Lutoslawski und Hans Werner Henze. Werke aller Gattungen mit besonderer Affinität zum Musiktheater. Daneben zahlreiche Arbeiten für Bühne und Film. Feuilletons und Textbeiträge in diversen Fachzeitschriften. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen sowie Werkaufträge für namhafte Veranstalter und Festivals. Intensive Zusammenarbeit mit den Künstlern Franz West (2001 – 2011), Hermann Nitsch (2016 – 2022) und Hofstetter Kurt (seit 2017), an der Entwicklung von dessen „supersymmetrischen Kompositionstechnik“. Leiter der Lehrveranstaltung „Angewandte Musik“ an der Universität Mozarteum in Salzburg. Seit 2002 musikalischer Leiter am Rabenhof Theater Wien. Herausgeber für wissenschaftlich-kritische Ausgaben von Bühnenwerken bei der VGH (Verlagsgruppe Hermann; Wien). Gründer (zusammen mit Irene Suchy) und musikalischer Leiter des Vokal- und Instrumentalensembles REIHE ZYKAN+.
Foto: Ivan Bandic / Josef Pillhofer Skulpturenhalle / Neuberg
