Joseph Haydn – Divertimenti mit Baryton

baroque

Gottfried v.d. Goltz, Brigitte Täubl, Lucas Schurig, Balázs Máté, Dane Roberts, Gijs Laceulle, Bart Aerbeydt, Lorenz Duftschmid

Lorenz Duftschmid musiziert mit einer auserlesenen Schar internationaler Solisten Kammermusik mit Baryton von Joseph Haydn. Leopold Mozart bezeichnet in seiner Violinschule von 1756 dieses Instrument als „eines der anmuthigsten Instrumente“.

 

Ad Notam

Im Jahre 1765 erhielt Joseph Haydn von seinem Dienstherrn, dem Fürsten Nikolaus I. von Esterhazy, eine schriftliche Mahnung zugesandt, ,,sich selbst embsiger als bisher auf die Composition zu legen und besonders solche stücke, die man auf der Gamba spiellen mag, und wovon Wir noch sehr wenige gesehen haben, zu componiren“. Mit „Gamba“ meinte der ungarische Magnat den „Baryton“, den er wie ein Virtuose beherrschte, auch „Pariton“ oder „Viola di Bordone“ genannt. Die Nähe zur Gambe ergibt sich aus dem Bau des Instruments und seiner Stimmung (D G c e a d‘), die einer Bassgambe entsprechen. Wie die „Viola da gamba“ wird es zwischen den Knien gehalten, den Bogen kann man auf Gambistenart im Untergriff führen. Der entscheidende Unterschied aber liegt in den Resonanz- oder Bordunsaiten, die über die Decke gespannt sind. Der Baryton des Fürsten Esterhazy wies neun dieser Resonanzsaiten auf, doch soll Andreas Lidl in der Hofkapelle des Fürsten mit bis zu 27 Resonanzsaiten experimentiert haben. Anders als etwa bei der Viola d’amore

können die Resonanzsaiten auch von hinten gezupft werden, durch ein großes Fenster im Hals des Instruments. Diese reichen Klangmöglichkeiten und das eigenartige Zusammenstimmen zwischen den Spielsaiten aus Darm und den Bordunsaiten aus Metall machten den Baryton zu einem idealen Instrument für das empfindsame Zeitalter.

Die Mahnung seines Fürsten nahm sich der junge Haydn zu Herzen: Allein in den sechs Jahren bis1771 komponierte er 96 Trios für Baryton, Viola und Violoncello, die in vier Bänden zu je 24 Stücken zusammengefasst wurden. Denn Fürst Nikolaus bestand ausdrücklich darauf, dass ihm jedes neue Trio umgehend „sauber und rein abgeschrieben“ vorgelegt werde, auch um Haydns „Fleiß sehen zu können“. Am Ende durfte der Fürst mit dem Fleiß seines Kapellmeisters zufrieden sein, hatte Haydn doch insgesamt 126 Trios mit Baryton komponiert und noch 40 weitere Stücke in anderen Besetzungen mit dem fürstlichen Instrument. Die größte Werkgruppe in seinem Schaffen sind also nicht die 104 Sinfonien, sondern die Barytontrios! 

Programmgestaltung: Lorenz Duftschmid

Aufgrund der aktuellen Vorschriften sind für die Veranstaltungen Platzreservierungen unter kunst@kunsthausmuerz.at oder von Mo. – Fr. von 10.00 bis 15.00 Uhr unter +43 3852 56200 erforderlich. Alle Veranstaltungen erfolgen unter Einhaltung der jeweils aktuellen Sicherheitsvorschriften.

Kartenpreise und Abos: Einzelkarten 37€/26€, Einzelabo: 145€/87€, Partnerabo: 240€

 

Infos & Tickets

Mi / 07.04.2021
19.30 Uhr
kunsthaus muerz
€ 37/26

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