Filmmusik

classic 23/24

Kammerensemble Oberschützen der Kunstuniversität Graz
Leitung: David Seidel
 
Hanns Eisler (1898–1962)
Septett Nr.2  (Fl.Kl.Fag. Streichquartett)
(Aus der Filmmusik „The Circus“ von Charlie Chaplin)
 
Filmmusik arrangiert für Streichquartett
Ennio Morricone, Gabriel´s Oboe
John Williams, Star Wars II
Charlie Chaplin, Smile
Nino Rota, Der Pate
John Barry, Goldfinger
 
Camille Saint–Saens (1835–1921)
L’assassinat du Duc de Guise (mit Stummfilm)    
 

In den frühen Stummfilmzeiten wurde Filmmusik bei Vorführungen noch oft live gespielt. Mittlerweile hat sie sich zu einem bedeutenden Bereich des Musikkonsums entwickelt und viele bedeutende Komponist:innen zu neuen Werken angeregt. Mussten früher Studios große Symphonieorchester beschäftigen, wird Filmmusik seit Langem immer häufiger am Computer und elektronisch „fabriziert“. Der Vertrieb von Soundtracks ist zu einem bedeutenden Geschäftszweig der Filmindustrie geworden. Filmbesucher:innen nehmen Filmmusik anders wahr als Konzertbesucher:innen: Neue Klänge, die ein traditionelles Publikum in einem Konzert eher ablehnen würde, akzeptiert es durchaus als Untermalung eines Filmgeschehens. Österreicher haben in der Entwicklung der Filmmusik, besonders in der „Golden Hollywood“ – Zeit, eine bedeutende Rolle gespielt. Die Namen Max Steiner (3 Oscars, 21 Oscar-Nominierungen, bekannt durch seine Musik zu „Vom Winde verweht“), Ernest Gold (Oscar für die Musik zu Otto Preminger: „Exodus“), Erich Wolfgang Korngold (Oscar für Filmmusik zu „Robin Hood“) sind uns allen geläufig.

1948 trat Charlie Chaplin an den Wiener Hanns Eisler mit dem Auftrag für eine Filmmusik zu seinem im Jahr 1928 gedrehten Film „The Circus“ heran. Der Vertrag war schon unterschrieben. Da Eisler aber damals aufgrund seiner gesellschaftspolitischen Einstellung von McCarthy vor das „Komitee für unamerikanische Umtriebe“ zitiert wurde, war das Projekt leider zum Scheitern verurteilt. Eisler hat nachträglich die schon komponierte Musik in seinem Septett Nr. 2 verarbeitet.

Live-Filmmusik der ersten Stunde erleben wir in Saint–Saëns‘ Komposition. Er soll mit einer Stoppuhr in der Hand den Stummfilm immer wieder angeschaut haben, um seine Musik
mit dem Film koordinieren zu können. So kommt auch bei den Aufführungen dem Dirigenten die Verantwortung zu, das Ensemble dem Filmgeschehen folgend zu führen. Eine kleine Kuriosität: Die Premiere der deutschen Fassung von „L’assassinat de Duc de Guise“ fand einen Monat nach der Weltpremiere in Paris (1908), in Klagenfurt statt, im Rahmen des Weihnachtsprogramms des Klagenfurter-Reform Kinematographen.

In Kooperation mit der KUG Graz Expositur Oberschützen

 
(c) Foto: Jonas Ellensohn, KUGi12

 
Kartenpreise und Abos: Einzelkarten: 39€/29€, Abo: 190€/130€

Infos & Tickets

Do / 21.03.2024
19.30 Uhr
kunsthaus muerz
€ 39