KOFOMÜ (Komponist:innenforum Mürzzuschlag)
18.00 Uhr / Toni Schruf Gasse
Heidrun Primas – feld*stellen
19.00 Uhr / kunsthaus muerz / walter buchebner saal
Weg aus Mürz (Uraufführung)
Schüler:innen des Herta Reich Gymnasiums
Marie Hirzberger, Maria Mulkowska, Layla Müller, Lea Schneeberger, Aylin Bulduk-Angerer, Platon Chunykhin, Daniel Damittner, Marie Esberger, Linda Marie Glaser, Felix Gletthofer, Clemens Haring, Laura Hermens, Anna Hofbauer, Hannah Hofbauer, Hanna Sophie Hölbfer, Marlies Prestl, Julian Reithofer, Oliver Satrapa-Binder, Elisabeth Sonnbichler, Marie Überfall, Yaroslava Zovska
Alexander Höllisch – Erarbeitung, Dramaturgie, Regie
19.45 Uhr / kunsthaus muerz / anton webern saal
Fluchtlinien (Kurzfassung, UA 2026)
Gina Mattiello – Stimme, Textfassung, Dramaturgie
Adrián Artacho – Komposition, Performance, Lichtkonzeption
Stefan Obmann – Posaune
Peggy Milleville – Skulpturen
Texte von Herta Reich
Musikalische Interventionen, Begleitung, Reflexionsrefugium
KNUSP / Klaus Haidl – Gitarre, Gobi Drab – Blockflöten
Im Zentrum dieser Festivalstation steht das Erinnern als gemeinschaftlicher und künstlerischer Prozess. Feldstellen eröffnet den Abend als rituelles Gedenkereignis im öffentlichen Raum. Die Performance lädt dazu ein, innezuhalten und Erinnerung als lebendige Gegenwart zu erfahren – nicht als Rückblick, sondern als gemeinsame Verantwortung für die Zukunft. Ausgehend von Herta Reichs autobiografischem Bericht „Zwei Tage Zeit“ entwickeln Gina Mattiello und Adrián Artacho im Rahmen des kofomü – Komponist:innenforum Mürzzuschlag neue Kompositionen/Performances zwischen Sprache, Stimme, Komposition und räumlichem Klang. Der Text wird dabei nicht illustrativ vertont, sondern als historisches und persönliches Zeugnis verstanden, das in zeitgenössische Klangformen übersetzt wird. Parallel dazu erarbeitet Alexander Höllisch gemeinsam mit Schüler:innen des Herta Reich Gymnasiums Mürzzuschlag eine künstlerische Annäherung an das Leben Herta Reichs. Aus biografischen Spuren, historischen Quellen und persönlichen Reflexionen entsteht eine Arbeit, die Erinnerung nicht bewahrt, sondern weiterträgt und in die Gegenwart hinein befragt. Das Duo KNUSP verbindet in Sonic-Zwischenräumen die beiden Uraufführungen mit real time compositions.
Heidrun Primas, Architekturstudium in Graz; künstlerische Forschung im öffentlichen Raum; freie Lehrtätigkeit an der Fakultät für Architektur; zwischen 2010 und 2024 Vorstandsmitglied im HDA (Haus der Architektur Graz); 2011 bis 2021 Leiterin des Grazer Künstler:innenvereins Forum Stadtpark; 2015 Gründungsmitglied der Stadtdenker*innen Graz, ein Verein zur nachhaltigen Stadtentwicklung und Stadtforschung (freiwillige Auflösung des Vereins 2023); 2017 für den Tag der Menschenrechte Entwicklung der sozialen Plastik feld*stellen gemeinsam mit Franziska Hederer und einem Kreis von Künstler:innen aus dem Forum Stadtpark Kontext feld*stellen wurde und wird fortan von Heidrun Primas in unterschiedlichen Kontexten als Format für lebendige Friedensarbeit weiterentwickelt. Zuletzt als lebendige Erinnerungsarbeit im Rahmen der Ringvorlesung „Extremismus“ an der Uni-Graz im Juni 2025. 2018 bis Februar 2024 Sprecherin des Grazer Kulturbeirats, seit 2018 Vorstandsmitglied im transkulturellen Verein OMEGA, seit 2024 MEGA; seit 2020 Mitbegründerin und Obfrau des Vereins Flüchtlingshilfe/refugee assistance –Doro Blancke; von April 2021 bis März 2025 Konzeption/Mitgestaltung und Komoderation der Kulturstrategie 2030 des Landes Steiermark; seit März 2023 Mitglied im Universitätsrat der Karl-Franzens-Universität Graz; seit 2025 Mitglied im inhaltlichen Beirat im HDA Graz; Preisträgerin des Hanns-Koren-Kulturpreises des Landes Steiermark 2019. Gemeinsam mit den Kolleg:innen von Wochenende für Moria Graz Menschenrechtspreis der Stadt Graz 2021.
Heidrun Primas versteht und praktiziert Kulturarbeit als Friedensarbeit.
Alexander Höllisch begann seine Ausbildung zunächst am Konservatorium Sunrise_Studios. In weiterer Folge wurde er Schüler des Bassbaritons Stefan Unterleithner, bei dem er gesanglich sowohl im Klassischen als auch im Musical-Bereich ausgebildet wurde und erhielt parallel weiterführenden Schauspiel-Unterricht von Olga Felber. Bereits während seiner Ausbildung spielte er die Rolle des John F. Kennedy im Stück „Die heimliche Präsidentin“. Neben dem Abschluss seiner Ausbildung zum Tauchlehrer, spielte er den Mond in Jura Soyfers „Der Weltuntergang“, bevor es für ihn mit den Musicals „Conni“ und „Bibi Blocksberg“ auf Tournee durch Deutschland und Österreich ging. Danach folgten diverse Engagements in ”Himmel oder Hölle”, ”Amelie”, ”The Addams family” und zuletzt fünf Rollen in ”Dolce Vita und Skandale 2”.
Adrián Artacho
ist ein Komponist mit Schwerpunkt auf experimenteller und elektroakustischer Musik. Geboren in Málaga (Spanien), lebt er seit 2007 in Wien. Artacho arbeitet derzeit als künstlerischer Forscher an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo er auch Transmedia-Performance im neu geschaffenen Contemporary Arts Practice Master
(CAP) unterrichtet. Im Jahr 2022 wurde Artacho mit dem Staatsstipendium des Landes Österreich ausgezeichnet. Außerdem ist Artacho aktiv in der Wissenschaftskommunikation und entwickelt seit 2017 verschiedene Projekte für die Universität Wien. www.artacho.at
Gina Mattiello
arbeitet als Schauspielerin, Stimmperformerin und Autorin an den Übergängen von literarischem Text, Stimmperformance und zeitgenössischem Musiktheater. Als Autorin veröffentlichte sie Prosa (Im Bett des Imaginariums, Passagen Verlag 2021; Aufzeichnungen einer Blinden, Eremitage am Kamp 2025), Lyrik (Zikadengesänge, Edition art & science 2015) und schreibt Libretti und Textfassungen für zeitgenössisches Musiktheater. 2026 erscheint ihr Roman caput mortuum im Passagen Verlag. Als Schauspielerin stand sie zuletzt in Marlen Haushofers Die Wand auf der Bühne (theater quadrat). Als Stimmperformerin interpretiert sie zeitgenössische Partituren und hat u. a. mit u. a. mit Adrián Artacho, Beat Furrer, Elisabeth Harnik, Christoph Herndler, Peter Jakober, Hannes Kerschbaumer, Wolfgang Seierl und Reinhold Schinwald zusammengearbeitet und war bei Festivals wie Wien Modern, Wiener Festwochen und steirischer herbst und mit Ensembles wie PHACE und oenm zu Gast. Von 2007 bis 2012 kuratierte sie gemeinsam mit Pia Palme das e_may Festival für neue und elektronische Musik; seit 2016 leitet sie gemeinsam mit Reinhold Schinwald büro lunaire.
Peggy Milleville Bildhauerin, Malerin und Zeichnerin, die vor zwei Jahrzehnten aus Norddeutschland an die Lagune zog. Seitdem arbeitet sie unermüdlich an einem Œuvre, dessen bildnerischer Reichtum ihre Erfahrung des venezianischen Lebensraums spiegelt und transformiert: das Fließende und das Flammende, das Tollkühne und das Brüchige, das Gefährdete und das Widerständige, die Melancholie und die Komik, die unablässige Verwandlung von Farben und Formen, Materialien und Zuständen in einem fragilen Geflecht aus Wechselbeziehungen.
Stefan Obmann 1988 in St. Veit an der Glan (Kärnten) geboren, begann seine musikalische Ausbildung im Alter von fünf Jahren an der Musikschule Althofen. Er studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei den Wiener Philharmonikern Dietmar Küblböck und Mark Gaal. 2006 gewann er den Anton Bruckner Wettbewerb der Wiener Symphoniker in der Kategorie „Bester Nachwuchsposaunist“, 2011 war er Preisträger des Wettbewerbs Gradus ad Parnassum. Er spielte als Gast mit renommierten Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, der Staatskapelle Berlin und dem Radio-Symphonieorchester Wien u. a. unter Pierre Boulez, Daniel Barenboim und Riccardo Muti. Neben einem Lehrauftrag an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und seiner Tätigkeit als Ensemblemanager des Posaunenquartetts Trombone Attraction bildet zeitgenössische Musik einen Schwerpunkt seines künstlerischen Wirkens. Er spielt regelmäßig Projekte mit dem Klangforum Wien und ist Mitglied des Ensembles PHACE.
büro lunaire sucht und entwickelt neue Formen zeitgenössischen Musikschaffens. Aus der Notwendigkeit auf gegenwärtige Produktions- und Rezeptionsbedingungen zu re-agieren und etwas „Eigenständig-widerständiges“ zu setzen, erarbeitet büro lunaire unterschiedliche Formate, die einen erweiterten Kompositionsbegriff zur Grundlage haben : inszeniertes Konzert, composed theatre, szenische Installation, musikalische Intervention, Live-Hörspiel, um einige zu nennen. In Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponisten entstehen nicht nur Uraufführungen, sondern auch Wiederaufführungen, die in die jeweiligen Kontexte eingebunden werden. büro lunaire richtet seinen Fokus vor allem auf Projekte, die durch die Wahl des Aufführungsortes gewohnte Wahrnehmungsbedingungen von Kunst herausfordern und zusätzliche Diskursebenen sichtbar machen. Polyphonie als Abbild von Gesellschaft : In der Verbindung von Musik, Theater und bildender Kunst ermöglichen diese Formate die Durchmischung unterschiedlicher Publikumsgruppen. büro lunaire entstand aus der langjährigen Zusammenarbeit einer Schauspielerin und eines Komponisten und dient als Katalysator für kollaborative Produktionsprozesse.
Gobi Drab ist Blockflötistin, Performerin und Komponistin. In ihrem Repertoire verbindet sie freie Improvisation mit der Rhetorik der Alten Musik und den komplexen Strukturen der zeitgenössischen Musik. Sie hat eine besondere Vorliebe für quadratische Paetzold-Blockflöten und ein großes Interesse an zeitgenössischem Tanz. Gobi ist die künstlerische Leiterin der Konzertreihe Neue Musik in St. Ruprecht (nmr.klingt.org).Konzerte bei WienModern, Huddersfield Contemporary Music Festival, Sonorities Festival Belfast, Ultima Festival Oslo, Music Unlimited Wels, Wiener Festwochen, Musikbiennale Zagreb, Steirischer Herbst, Musikprotokoll und andere.
Klaus Haidl studierte Jazzgitarre (IGP) am Franz-Schubert-Konservatorium-Wien bei Wolfgang Wendlinger, klassische Gitarre (IGP) an der Universität für darstellende Kunst und Musik bei Dr. Gunter Schneider und Alte Musik – Laute (Konzertfach) an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien bei Dr. Luciano Contini. Er konzertiert mit diversen Ensembles und Orchestern in den Bereichen Alte-, Neue-, Improvisierte- und Jazz-Musik. Die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten ist genauso ein Teil seines künstlerischen Schaffens wie das Recherchieren und Übertragen historischer Handschriften und die Arbeit an inter-disziplinären Projekten (Literatur/Film/ Performance/Theater/Musik). Seit 2016 kuratiert er gemeinsam mit Gobi Drab die Wiener Konzertreihe „Neue Musik in St. Ruprecht“. Seit 2025 ist Klaus Haidl Dozent für Alte Musik / historische Aufführungspraxis an der MUK Wien. Klaus Haidl ist Preisträger diverser internationaler Wettbewerbe und Auszeichnungen in den Bereichen Musik und Film.
freier Eintritt
In Kooperation mit büro lunaire
Herta Reich, Foto: Ronny Reich
