FRANZ YANG-MOCNIK

Poetik des Fragments

Fragmente, Bruchstücke, Relikte, Reste und Spuren durchziehen das Werk von Franz Yang-Mocnik wie der sprichwörtliche Faden.

Sowohl in der Zeichnung wie auch in der Malerei sind seine Menschendarstellungen geprägt von Deformationen und Verzerrungen und seine Interieurs und Landschaften von strenger Ausschnitthaftigkeit. Das Groteske, das seine frühen Arbeiten auszeichnet, weicht mit den Jahren einer Zergliederung und Facettierung. Die Gesichter weisen Risse auf , die Integrität des Körpers erscheint meist aufgebrochen.

Das Fragmentarische gilt gemeinhin als Kennzeichen der Moderne, Adorno spricht sogar von einem >Formgesetz moderner Kunst<.

Die Erkenntnis, dass das Ideal ästhetischer Vollkommenheit kaum erreicht werden kann, die Etablierung des Fragments als Konzept, beginnt sich in der Romantik zu etablieren. Friedrich Schlegel spricht vom Fragment als einem >Wegweiser zu einer Vollkommenheit, die nicht hier und jetzt erscheint, sondern nur in der Vergangenheit aufgefunden oder in der Zukunft eingelöst werden kann<.

Das Fragmentarische als Haltung verwehrt sich gegen jeden Anspruch auf Vollkommenheit. Das Werk ist nie abgeschlossen, zeigt seine Sollbruchstellen, bleibt immer offen. Eine Idee, eine Vorstellung kommt in keinem Werk wirklich zum Abschluss, sondern macht sofort andere Lösungen und neue Bilder notwendig. Darin spiegelt sich zugleich die Brüchigkeit von Erfahrung einer Welt, die im permanenten Umbruch ist, die Skepsis an vermeintlich feststehenden Ordnungen und tradierten Wahrheiten. Jede Eindeutigkeit wird zurückgewiesen. Das Fragment ist immer Ausgangspunkt, nie Ende, eine steter Neubeginn.

Roman Grabner, Kurator der Ausstellung

 

Dauer der Ausstellung: 16.07.2022 – 21.08.2022

Öffnungszeiten: Donnerstag – Samstag: 10 – 18 Uhr, Sonntag: 10 – 16 Uhr

 

Franz YangMocnik, geb. am 1.6.1951 in Völkermarkt (Kärnten)

1965
Tischlerlehre in Völkermarkt
1968
zweijährige Praxis als Tischlergeselle in der Werkstätte Friedrich Prause in Klagenfurt (Kärnten) Anfertigung und Restaurierung von Barockmobiliar sowie historische Kirchenausstattungen
1970
theoretischer Lehrgang für Holzkonstruktion im Industriebereich an der Baufachschule HTBL am Ortweinplatz in Graz
Meisterschule für Malerei bei Prof-Franz Rogler an der HTBL am Ortweinplatz in Graz
1973
Technischer Assistent bei Prof. Wolfgang von Schaukal und Privatunterricht in Kunstgeschichte an der Technischen Universität für Architektur und Raumgestaltung bei Prof. Wolfgang von Schaukal in Graz.
1974
vier Monatiger U.S.A. Aufenthalt in Spokane (Washington State)
Expo 74 (Weltausstellung zum Thema Umweltschutz) Seattle, Galerie Whitcamp
1975
Teilnahme an dem 10ten internationalen Symposium für Malerei im steirischen Herbst veranstaltet von der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum in Graz und dem Bundesministerium für Unterricht und Kunst
1976
Studienreise nach Rom und Sizilien, gestiftet von der Steiermärkischen Landesregierung und dem Istituto – Dante Alighieri
1977
Stipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst
1982
Würdigungspreis des Kulturreferates der Stadt Graz
1985
Würdigungspreis für Malerei 1985 des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst
1996
Anerkennungspreis des Landes Kärnten 1996
2002
Kulturpreis des Landes Kärnten für bildende Kunst 2002
2005
Gastprofessur an der Universität Innsbruck (Tirol)
Studio für experimentelle Architektur in den Fächern Entwerfen, Zeichnen und Malen
2012
Eeoeffnung des Yang Mocnik Museums in Graz Burging 14 Austria

Infos & Tickets

Fr / 15.07.2022
19.00 Uhr
galerie kunsthaus muerz

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