GROUND CONTROL

Kurator: Michael Goldgruber [b]KünstlerInnen: Robert Bodnar, Sonja Braas, Siegfried Fruhauf, Christoph Grill, Michael Günzburger, Roland Haas, Andreas Heller, Sylvia Henrich, Ulrike Heydenreich, Michael Höpfner, Mathias Kessler, Alja Piry, Christian Rupp, Gregor Sailer, Peter Sandbichler, Samuel Schaab, Lotte Schreiber, Astrid Seme, Margherita Spiluttini, Gabi Trinkaus, propeller z, Daniel Zimmermann, Klaus Dieter Zimmer. [/b] [b]GROUND CONTROL[/b] Domestizierte Landschaften, kontrollierte Territorien und regulierte Naturkräfte in der bildenden Kunst. In unserer zeitgenössischen Welt muss davon ausgegangen werden, dass das, was man konventioneller weise als Natur, Wildnis und Landschaft bezeichnet, bis in die am schwersten zugänglichen Gebiete vermessen, kartographiert, verwaltet, kontrolliert und reguliert wird. Der Mensch dringt mit allen erdenklichen Mitteln in scheinbar unberührte Wildnis vor um Territorien zu besetzen, Ressourcen zu erschließen und Naturgewalten zu kontrollieren. Das religiös motivierte Dogma des \"Macht Euch die Erde untertan\" bewirkt, dass jeder Mensch (mit entsprechendem Wohlstand ausgestattet) beinahe überall hin kann und darf, und ausgerüstet mit genauestem Kartenmaterial, modernster Bekleidung, GPS und Mobilfunk die abgesicherten Koordinatensysteme urbaner Denkungsweise dabei kaum verlassen muss, gleichzeitig im Sinne modischen Verhaltens als \"cool\" gilt, wenn er diese Räume bereist, durchwandert, beklettert oder wie auch immer im Sinne kultureller Denkungsweisen \"erobert\". Die Unterscheidung zwischen kultivierten, leicht konsumierbaren Lebensräumen und unberührter Natur scheint zu verschwimmen. Die Grenzziehung zwischen dem, was als Wildnis bezeichnet wird und dem, was als Spielwiese menschlicher Selbstverwirklichung eigentlich weit davon entfernt ist, scheint willkürlich zu sein und auf medialen Konventionen zu beruhen und bietet somit Spielraum für medial evozierte Klischees. Gleichzeitig lässt sich der zeitgenössische Naturbegriff ohne Phänomene wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, Ressourcenknappheit, Ausbeutung und Konsum nicht mehr begreifen. In diesem Sinne lässt sich Natur endgültig nicht mehr als vom Menschen losgelöste Entität begreifen, sondern als Grundbedingung kulturellen Seins. Landschaftsräume werden vereinnahmt, besetzt, verwaltet, reguliert, remodelt, kontrolliert und domestiziert. Mit dem Hintergrund einer derartigen Skepsis gegenüber romantisch verklärten Sichtweisen von Natur und Landschaft, hat Michael Goldgruber für die Ausstellung \"ground control\" verschiedene künstlerische Positionen zusammengetragen, die sich in einer zeitgenössisch relevanten Art und Weise der Repräsentation von \"Landschaft\" widmen, nachdem er sich als bildender Künstler und Fotograf in seiner eigenen Arbeit seit vielen Jahren mit dieser Thematik beschäftigt. Als inhaltliche Klammer der ausgewählten Arbeiten gelten die Bereiche Kontrolle, Regulation, Verwaltung und Konsum von (\"Natur\"-) Räumen. Von humorvollen und ironischen Zugängen über lyrisch-stimmige Standpunkte bis zu analytisch- wissenschaftlich funktionierenden Ansätzen reicht die Bandbreite der 23 künstlerischen Positionen, der aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Slowenien stammenden KünstlerInnen. Ausstellungsdauer: 21. 04. 2012 bis 10. 06. 2012 Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag 10:00 – 18:00 Uhr, Sonntag 10:00 – 16:00 Uhr, für Gruppen auch nach Vereinbarung Eintritt: 4.- / Studierende bis zum vollendeten 27. Lebensjahr 3.-, unter 19 Jahren ist der Eintritt frei.

Infos & Tickets

Fr / 20.04.2012  - So / 10.06.2012
kunsthaus muerz / walter buchebner saal

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Sa / 21.11.2020