Harald Darer

»Mongo«

Es lesen Harald Darer und Sheyda Kharrazi
Musikalische Begleitung: David Trenk und Martin Nero

Katja ist schwanger. Doch richtige Vorfreude will sich bei ihr und ihrem Mann so schnell nicht einstellen, fürchten sie doch, ihr Ungeborenes könnte wie Katjas Bruder Markus mit Trisomie 21 geboren werden. Was tun, wenn die Untersuchungen diese Befürchtungen bestätigten?

Auf der Suche nach Antworten erinnert sich Harry zurück an Begegnungen mit Menschen, für die in unserer Gesellschaft kein Platz vorgesehen ist, vor allem aber erzählt er von der Beziehung zu seinem Schwager Markus, die geprägt ist von bizarren Erlebnissen und liebenswerten Momenten. Am Ende erkennt Harry, dass er keine Antworten finden wird, weil seine Fragen von Anfang an die falschen waren.

Kraftvoll, pointiert und herzerwärmend erzählt Harald Darer von einem Lebensweg, der trotz aller Schwierigkeiten erfolgreich ist und zeigt: Glück ist fast immer möglich!

„Darer hat ein Manifest für Inklusion geschrieben, für die Sichtbarkeit, für das Leben mit Menschen mit Behinderung, weil Integration schon lange nicht mehr reicht. Ein Manifest, das vor allem als Schullektüre gut aufgehoben wäre, denn Darer spricht in diesem großartigen, aufrichtigen Buch alles das aus, was sich Kinder, wenn sie älter werden, irgendwann nicht mehr auszusprechen getrauen. Bis sie schließlich zu Erwachsenen werden, die im Alltag – wenn auch unterbewusst – hervorragend die Existenz von Menschen mit Behinderung auszublenden wissen. Warum wir die Menschen, die mit Gehandicapten arbeiten, so scheinheilig schätzen? Vor allem, weil wir die Arbeit selbst nicht machen wollen (siehe Leseprobe). Warum wir erleichtert sind, wenn Menschen mit geistiger Behinderung wieder aus unserem Sichtfeld verschwinden? Weil sie ein unerwünschtes Abweichen einer eingelernten Norm darstellen.
Ja, „Mongo“ ist eine Kampfansage, eine Kampfansage gegen die vorherrschende Ignoranz. Ja, die geschilderte Erfahrung ist persönlich, sie ist wertvoll und authentisch. Ja, Darer weiß, was er tut. Und ja, dieses Buch gehört gelesen. (Katia Schwingshandl, 16. 03. 2022)

Harald Darer, geboren 1975 in Mürzzuschlag, Steiermark, begann nach der Lehre zum Elektroinstallateur und einschlägigen Weiterbildungen mit dreißig Jahren zu schreiben. Sein Debütroman »Wer mit Hunden schläft« erschien 2013 im Picus Verlag. 2015 folgte »Herzkörper«, im Jahr darauf »Schnitzeltragödie«, 2019 »Blaumann« und 2022 sein neuester Roman »Mongo«. www.der-darer.net

 

 

Infos & Tickets

Do / 12.05.2022
19.00 Uhr
kunsthaus muerz
€ 6

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