Hitlers Karrieren in Österreich und Deutschland

Dr. Brigitte Hamann: Geboren 1940 in Essen, studierte Germanistik und Geschichte in Münster und Wien; 1963 volontierte sie bei der Deutschen Presseagentur dpa in Düsseldorf und Essen. 1964 Redakteurin der Neuen Rhein Ruhr Zeitung (Essen). 1978 Dissertation über die Biographie des Kornprinzen Rudolf; diese Arbeit erschien im selben Jahr als Buch. Sie arbeitet seither als freie Historikerin. Ihr bisher erfolgreichstes Buch ist „Elisabeth, Kaiserin wider Willen“ (1981). 1986 erschien die Biographie Bertha von Suttners, 1996 „Hitlers Wien, Lehrjahre eines Diktators“ , das in „Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth“eine Art Fortsetzung fand. Zahlreiche Auszeichnungen u.a. hat erhielt sie auch das Goldene Verdienstzeichen der Stadt Wien. „Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth“ wurde von der Zeitschrift „Opernwelt“ zum „Buch des Jahres 2002“ und der Zeitschrift „Damals“ zum „Historischen Buch des Jahres 2002“ gekürt. Hitlers Jahre in Wien (1908 – 1913) wurden nicht geprägt von der glanzvollen „Fin de siècle“ Kultur der Metropole, sondern von Arbeitssuche, Wärmestuben, Kleine-Leute-Quartieren und Männerheimen. Dennoch fand er in Wien alle Elemente seiner späteren Ideologie vor: das Hakenkeuz, den deutschen Gruß und auch die antisemitischen Parolen eines Georg Schönerer oder Karl Lueger, die bei ihm auf fruchtbaren Boden fielen. Er war stolz, dem deutschen Edelvolk“ anzugehören und blickte mit Verachtung auf die „Sklavenvölker“, die Tschechen, Slowenen, Polen und Juden. Bei Hitlers häufigen Besuchen der Parlamentssitzungen machte ihn das „jämmerliche Schauspiel“, das die Abgeordneten des Vielvölkerstaates boten, skeptisch gegenüber dem Funktionieren des Parlamentarismus und der Demokratie. Bayreuth bedeutete für Hitler eine entscheidenden Stufe auf seinem Weg zur Macht. 1923 traf er dort den rassistischen Geschichtsphilosophen Houston Stewart Chamberlain, der in Hitler den Retter Deutschlands sah. Die Freundschaft mit der Familie Wagner gab Hitler zusätzliche Glaubwürdigkeit. Bayreuth wurde zum Treffpunkt aller Nazigrößen und zur Schaubühne des Regimes. Allerdings war es auch ein Refugium für Hitler, der sich in der Famile Winfred Wagners durchaus wohl fühlte.

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Di / 03.06.2003

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