lyrik und bezugnahme – muerzer gespräche zur dichtung

Die in diesem Jahr erstmals durchgeführten muerzer gespräche zur dichtung wollen eine neue Veranstaltungsform erproben, die Grundfragen der Dichtung ansprechen soll. Jedes Jahr wird ein Autor eingeladen, ihm relevant scheinende Fragen zu formulieren und Kolleginnen zu bitten, diesen Fragen in gemeinsamen Gesprächen nachzugehen. In diesem Jahr hat der Berliner Lyriker Ulf Stolterfoht die Frage nach „Lyrik und Bezugnahme“ gestellt: „Wenn es (…) jenseits der Wahrnehmung nichts gibt, alles Wahrgenommene aber per se subjektiv, zweifelhaft und unsicher bleibt, so muss das doch gleichermaßen für jeden Versuch der Bezugnahme gelten. Wie könnte man sich im Bezugnehmen sicher sein, wenn man sich über das Objekt der Bezugnahme vollständig im Unklaren befindet? Wenn das Bezugssystem ‚Welt’ entfällt, ist auch die Formel vom ‚unsichtbaren Band zwischen Wörtern und Welt’ hinfällig. Worauf man sich letztlich bezieht, ist also ganz pragmatisch das Gemeinte. (…) Nun kann man mit einigem Recht einwenden, dass es sich beim lyrischen Sprechen doch immer schon um ein uneigentliches, nicht-referentielles Sprechen handelt. (…) Das Referenzproblem für die Lyrik besteht also weder in der Unsicherheit gegenüber den / gegenüber ‚ihren’ Gegenständen, noch in den Aporien der Bezugnahme, sondern schlicht darin, dass sie (aus sich selbst heraus, gewissermaßen gattungslogisch) darüber Bescheid weiß oder doch zumindest wissen müsste.“ Die teilnehmenden Autoren, die Philosophin Maria E. Reicher und der Literaturwissenschaftler Sebastian Kiefer werden über Lyrik und Bezugnahme im Gasthof Holzer (Neuberg/Mürz) sprechen. Termine der Gesprächsrunden: Freitag, 1. Dezember 2006, 12.00-17.30 Uhr Samstag, 2. Dezember 2006, 9.30-13.00 Uhr, 14.30-18.00 Uhr Sonntag, 3. Dezember 2006, 10.00-13.00 Uhr

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Fr / 01.12.2006

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