ON-KULTUR/ DIETER SPERL LOST_PARADISE

Literatur

Der in Wien lebende Dichter und Herausgeber des Literaturfolders flugschrift wurde von KuratorInnen des Wien Museums eingeladen, im Rahmen der Ausstellung „Das Rote Wien“ (2019) ein frei gewordenes Haus in der größten Arbeitersiedlung Wiens, der Freihofsiedlung in Kagran, als writer in residence zu bespielen. Die Freihofsiedlung wurde im Rahmen der Siedlerbewegung, die sich in den 20er Jahren aus der Nachkriegsnot heraus gebildet hatte – Gärten zur Selbstversorgung auf illegal besetzten Grundstücken an der Stadtgrenze inkl. selbst errichteter Holzhütten – als gleichsam domestizierte Form dieses wilden Siedelns, ab 1923 vom Architekten Karl Schartelmüller als eine höchst komplexe Wohn-Anlage gebaut.

 

Aus der vielschichtigen Begegnung mit der Freihofsiedling entstand das Textgefüge Lost_Paradise_ , welches von der Südtiroler Komponistin Caroline Profanter nun für das kh muerz erweitert wurde. Dabei verfremdet sie Klänge und Geräusche aus der urbanen und natürlichen Alltagsumgebung und kombiniert diese mit Klangmaterial elektronischen, instrumentalen und stimmlichen Ursprungs. Im Mittelpunkt steht das Spiel der Wahrnehmung zwischen organischen und synthetischen Klangformen und den Grauzonen dazwischen.

 

Dieter Sperl, geboren 1966 in Wolfsberg. Aufgewachsen in Zeltweg. Studium der Germanistik und Philosophie an der Karl-Franzens-Universität Graz. Herausgebertätigkeit, Hörstücke, Textinstallationen, Photoarbeiten. Zu seinen Publikationen zählen u.a. das Filmtagebuch RANDOM WALKER, der episodische und vom Zen-Buddhismus inspirierte Roman Absichtslos sowie DER STEHENDE FLUSS (2019). (O-Ton)-Hörstücke für den Rundfunk zuletzt: Wer bist du? (2015), Aus meinen Leben (2018), Erste Erinnerungen (gem. mit Caroline Profanter, 2019) und Höchstommer. Monolog (2019). Herausgeber des Literaturfolders flugschrift (www.flugschrift.at), Zenist, lebt in Wien.

 

Caroline Profanter ist Komponistin und Performerin im Bereich der Elektroakustischen Musik. Sie komponiert Akusmatische Stücke für Lautsprecherorchester und beschäftigt sich mit freier und strukturierter Live-Improvisation, sowie Graphischer Notation in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen MusikerInnen zwischen analoger Elektronik, Computer, Stimme und Instrument. Absolvierte den Lehrgang für Computermusik und Elektronische Medien an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien und erhielt am Conservatoire Royal von Mons den Master in Akusmatischer Komposition.

 

Ihre Kompositionen wurden bei zahlreichen Festivals aufgeführt, u.a. bei Sound Spaces (SWE), Espace du Son (BE), Brussels Electronic Marathon, The Acousmatic Project (AT), Wien Modern, Sterzinger Osterfestspiele (I), Heroines of Sound Festival (DE), Plage Sonore (FR), XI Bimesp (BR), Visiones Sonoras (MEX), Wortsampler (DE), Festival für Zeitgenössische Musik (I), SYNC (RU), Tempo Reale Festival (I). Sie ist seit 2017 Mitarbeiterin bei Q-O2 Workspace for experimental music and sound art in Brüssel.

 

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