Konzept: Thomas Eder & Angelika Klammer
Zehn Jahre hat Peter Waterhouse an seinem dreibändigen opus magnum „Z Ypsilon X“ geschrieben, in einem Symposion im kunsthaus muerz sollen dessen Poetik befragt und Lesewege durch die Themen dieses Werks gelegt werden.
Es ist ein Familienepos und ein Antikriegsroman, es achtet auf kleinste Zeichen und eröffnet einen Möglichkeitsraum, in dem die Weltgeschichte angehalten, die Vergangenheit verändert werden kann. Es ist ein Werk der sprachlichen Schärfe und epischen Weite, und wo immer man es anpackt, ganz gerecht wird man ihm nie. Führt man jedoch verschiedene Lesarten zusammen, ergeben sich Nähe, Nachbarschaften und Anknüpfungen an die Werke anderer und an politisch-soziale Konfigurationen.
Die Beiträge des Symposions befassen sich mit der Mehrsprachigkeit und der Stille, mit dem Sprachdenken von Karl Kraus, den Lesespuren in Büchern des Großvaters und der mikroskopischen Ebene, aus der sich dieses Werk entfaltete. Übersetzungen werden ein Thema sein, das Tschechische wie das Englische und eine Folge der Serie „Der Kommissar“, die eine Verbindung zum Großelternpaar wie zur politischen Geschichte schlägt.
Donnerstag, 21.5.2026
kunsthaus muerz / clix
19.00 Uhr
Begrüßung
Ausstellung, Gespräch, kurze Lesung: Peter Waterhouse und Thomas Eder
Freitag, 22.5.2026
kunsthaus muerz / clix
9.30–12.30 Uhr
Angelika Klammer: In einer fremden Sprache die eigene sprechen. Zeichen und Welt in „Z Ypsilon X“
Beate Tröger: „Ich komme nirgendwoher.“ Überlegungen zu der Figur des Rainer Büren in „Z Ypsilon X“
Barbara Siller: „Alphabet? Oder ein neues Alphabet? […] Hörte er eine neue Sprache?“ – Peter Waterhouse‘ Verantwortung gegenüber einer noch unbekannten Sprache
14.00–16.00 Uhr
Arno Dusini: „Z Ypsilon X”. In der Syntax der Geschichte
Miriam Rainer: Inkongruenz, guerre
16.30–18.00 Uhr
Gesprächsrunde
Richard Obermayr und alle Referent:innen des ersten Tages
19.00 Uhr
Peter Waterhouse: Kurzlesung zum „Kommissar“
Tod einer Zeugin
Vorführung der Folge 16 der Fernsehserie „Der Kommissar“ (Erstausstrahlung 6.2.1970, ZDF)
Samstag, 23.5.2026
kunsthaus muerz / clix
9.30–12.30 Uhr
Vincenza Scuderi: „Werdende Welt“: Analogie und Teleologie der Sprache in „Z Ypsilon X“
David Frühauf: Schickungen
Dana Pfeiferová: Švejk und der andere Bürgerkrieg. Tschechische (Sprach-)spuren und böhmische Dörfer in „Z Ypsilon X“
14.00–16.00 Uhr
Christian Thanhäuser, Joseph Thanhäuser: Sprache und ihre visuelle Übersetzung
Andreas Trojan: C Beta A – Die Stille stillt
16.30–18.00 Uhr
Gesprächsrunde
Richard Obermayr und alle Referent:innen des zweiten Tages
19.00 Uhr
Lesung aus „Z Ypsilon X“.
Natascha Gangl und Thiemo Strutzenberger
Einführung: Kurt Neumann
Sonntag, 24.5.2026
ARTISTsMUSEUM, Neuberg an der Mürz
10.00–12.00 Uhr
Lesung Peter Waterhouse
Gespräch Peter Waterhouse und Iain Galbraith
Peter Waterhouse, 1956 in Berlin geboren, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Wien. Nach dem Studium der Germanistik und Anglistik promovierte Waterhouse 1984 mit einer Arbeit über Paul Celan. Als Autor verfasst er Gedichte, Essays, Prosa und Theaterstücke und ist zudem als Übersetzer aus dem Englischen und Italienischen tätig. Seine Werke wurden in über 20 Sprachen übersetzt.
(c) Foto: Naomi Waterhouse