Österreichische Deserteure und Selbstverstümmler in der Deutschen Wehrmacht

Maria Fritsche, Historikerin, geboren 1969. Studierte Geschichte und Politikwissenschaft in Wien. Forschungsschwerpunkte: Nationalsozialismus, Kritische Militärgeschichte, Sozial- und Geschlechtergeschichte. Zahlreiche Publikationen zum Thema Deserteure und Opfer der NS-Militärjustiz, zuletzt: Feige Männer? Fremd- und Selbstbilder von Wehrmachtsdeserteuren. In: Ariadne Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte, Nr. 47, 2005 Mit seiner Aussage „Deserteure sind Kameradenmörder“ erregte Bundesrat Kampl kürzlich einiges Aufsehen. Nur wenige Wochen zuvor hatte Justizministerin Miklautsch Deserteure als „einfach feige“ bezeichnet, H.C. Strache meinte in einem Zeitungsinterview, Deserteure seien Täter, die „Unschuldige am Gewissen“ hätten. 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges gilt in Österreich scheinbar immer noch, was die Nazis während des „Dritten Reiches“ erfolgreich propagiert hatten. Noch immer sind in Österreich (anders als etwa in Deutschland) Wehrmachtsdeserteure nicht rehabilitiert, noch immer werden hierzulande Deserteure diskriminiert und diffamiert. Die Historikerin Maria Fritsche hat sich als eine der ersten auf die Spuren der Wehrmachtsdeserteure begeben und ihre Verfolgung erforscht. In ihrem Vortrag wird sie die wichtigsten Forschungsergebnisse aus ihren Recherchen zu ihrer Pionierarbeit „Entziehungen“ und im Rahmen des Forschungsprojekts „Östereichische Opfer der NS-Militärjustiz“ präsentieren und zu Vorurteilen und gängigen Missverständnissen Wehrmachtsdeserteure betreffend Stellung nehmen.

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Mo / 06.06.2005

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