Thomas Glavinic, Daniel Kehlmann

Thomas Glavinic und Daniel Kehlmann sind die bekanntesten Vertreter einer „jungen Erzählliteratur“. Sie wenden sich dezidiert einer narrativen Grundtugend zu, um verschiedenen Welten-Fiktionen Platz und ihren Geschichten Gehör zu verschaffen. In Carl Haffners Liebe zum Unentschieden bietet Glavinic eine Charakterstudie eines Schachspielers (Buch des Jahres in England). Den Glauser-Preis für den besten Krimi erhielt er für Der Kameramörder, in dem ein nüchterner Bericht der Medien-Hysterie nach einem Doppelmord gegenübersteht. Eine neue Kategorie schafft Glavinic mit Wie man leben soll (2004): die durchgehende Man-Erzählung, die einen tragikomischen Anti-Bildungsroman trägt. Seit Beerholms Vorstellung, wo es um Magie und Täuschung geht, steht Kehlmann für eine kompakte Erzählkunst; das scheinbar Rationale und das anscheinend Unklare sind die großen Themen. In Mahlers Zeit glaubt ein Physiker, die Zeit umkehren zu können; in Der fernste Ort verschwimmen die Grenzen des Lebens. Für den Roman über den Kunstbetrieb Ich und Kaminski wählt Kehlmann einen fein satirischen Ton, den er nun in Die Vermessung der Welt auf zwei intellektuelle Stützen unserer Weltbilder anwendet.

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Di / 31.05.2005

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