1948 – Revolution: gesellschaftliche und politische Änderungen

Geboren 1940 in Thaya, 1959 – 1964 Studium der Geschichte und Germanistik in Wien, Dissertation “Stefan George, sein Kreis und der Nationalsozialismus”, 1964 Promotion. 1964 – 1965 Stipendiat der Fritz-Thyssen-Stiftung am Internationalen Forschungszentrum in Salzburg, 1965 – 1967 Stipendiat des Theodor-Innitzer-Studienfonds ebendort, ab 1967 Assistent am Historischen Institut der Universität Salzburg bei Prof. Dr. Erika Weinzierl, 1975 Einreichung des Habilitationsansuchens, 1977 Ernennung zum Universitätsdozent für Neuere Österreichische Geschichte, seit 1979 Professor für Neuere Österreichische Geschichte. Wie in einem Brennspiegel hatten sich 1848/49 die politischen, sozialen und nationalen Konflikte entzündet. Otto Urban hat es gut formuliert: “Die Ereignisse von 1848 lösten zwar nicht die wichtigen politischen Zeitfragen, formulierten sie aber eindeutig und unausweichlich…” Der österreichische Parlamentarismus hatte seine Chance. “Die Hofpartei war noch nicht reaktionär, die Liberalen waren noch sozial, und die Nationalität war noch nicht nationalistisch…”. Die sozialen Schichten und Nationalitäten begegneten sich im Reichstag zum ersten Mal relativ gleichberechtigt, standen in einem Dialog. Dass er mühsam war, viele Leerläufe erzeugte, eine Menge rhetorisches Geröll mitschleppte, war zu erwarten. Demokratie erfordert Geduld. Dass die österreichische Regierung diese Geduld nicht aufbrachte, den Dialog zerschlug und den Weg der “Revolution von oben” beschritt, fällt ihr auch im Felde der Nationalitätenpolitik historisch zur Last.

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Di / 08.03.2005

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