Liebe Besucher:innen,
herzlich willkommen zu den brücken 2026 Festival & kofomü – Komponist:innenforum Mürzzuschlag des kunsthaus muerz!
Unter dem Motto „Zeit? Lebenskunst!“ laden wir Sie ein, gemeinsam mit uns drei Wochen lang Musik, Literatur, Performance und Begegnungen zu erleben. Ausgangspunkt ist Herta Reichs autobiografischer
Bericht Zwei Tage Zeit, in dem die in Mürzzuschlag geborene Jüdin ihre Flucht über den Kladovo-Transport und ihr Überleben schildert. Doch das Festival richtet den Blick nicht allein auf dieses bewegende Zeitzeugnis, sondern auf das Leben, das Herta Reich danach führte – auf ihre Kraft, ihre Offenheit und ihre Fähigkeit, trotz allem Zukunft zu gestalten. Daraus erwachsen die Fragen, die das Festival begleiten: Was bedeutet Zeit? Wie gelingt Lebenskunst? Und was geben wir an kommende Generationen weiter?
Die brücken verstehen sich als ein offenes Komponist:innenforum, in dem Komponieren als gesellschaftlicher Dialog gedacht wird. Neue Werke entstehen aus Begegnungen zwischen Musik und Literatur, Improvisation und Komposition, professionellen Künstler:innen, jungen Musiker:innen und dem Publikum.
Damit knüpft das Festival an Hans Werner Henzes Vision der Mürztaler Musikwerkstatt an und führt sie als Ort zeitgenössischen Komponierens weiter. Das kofomü – Komponist:innenforum Mürzzuschlag sucht darüber hinaus den ideellen Dialog mit dem kofomi – Komponist:innenforum Mittersill. Beide Initiativen fühlen sich dem Vermächtnis Anton Weberns verbunden, dessen Leben und Werk mit
beiden Orten eng verknüpft sind. Den Auftakt bildet ein klingendes Zeichen des Miteinanders mit Musiker:innen aus dem Mürztal und Studio Percussion Graz. Es folgen das Bläserquintett VIENTA mit GRENZENLOS, das Musikvermittlungsprojekt Hearing YOU, die Oper JORINDE, die Konzertreihe brücken zu Gast, Contemporary Young Stars, das Gedenkritual Feldstellen und die Kompositionen des kofomü.
Zahlreiche Uraufführungen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Festival und machen Mürzzuschlag zu einem Ort, an dem neue Musik entsteht. Den Abschluss bildet eine Hommage an die Mürzzuschlager
Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, deren Werk Sprache, Musik und gesellschaftliche Reflexion auf besondere Weise verbindet und den Bogen zurück zu den Fragen des Festivalmottos schlägt. Mein herzlicher Dank gilt allen Künstler:innen, Partnerinstitutionen, Fördergeber:innen, Helfer:innen und Gastgeber:innen, die dieses Festival möglich machen. Vor allem aber danke ich Ihnen, unserem Publikum, für Ihre Offenheit, Ihre Neugier und Ihre Bereitschaft, diesen Weg mit uns zu gehen.
Nehmen Sie sich Zeit. Für Musik. Für Begegnungen. Für Geschichten. Vielleicht entdecken wir gerade im Innehalten und Zuhören, was Lebenskunst bedeuten kann.
Ich freue mich auf viele gemeinsame Erlebnisse und wünsche Ihnen ein inspirierendes Festival.
Herzlich,
Maria Gstättner