Viktor Kaplan erblickte am 27. November 1876 in Mürzzuschlag das Licht der Welt, besuchte die Volksschule in Neuberg an der Mürz und studierte an der Technischen Hochschule in Wien Maschinenbau. Er folgte dem Ruf an die Deutsche Technische Hochschule in Brünn, wurde Assistent von Professor Musil, Vater des berühmten Autors Robert Musil.
Turbinen wandeln die Bewegungsenergie des Wassers in mechanische Rotationsenergie um, um Generatoren für die Erzeugung von Strom anzutreiben: Dies ist das Herzstück für Stromerzeugung aus Wasserkraft. Kaplan entdeckte, dass Francis-Turbinen für den Einsatz an Flüssen, welche eine schwankende Wassermenge und ein niedriges Gefälle aufweisen, wenig geeignet waren. In jahrelanger Forschungsarbeit, die nahezu 30 Jahre lang an der Deutschen Technischen Hochschule Brünn währte, entwickelte Kaplan ein axial durchströmtes Flügelrad mit drehbaren Schaufeln, das deutlich höhere Wirkungsgradverläufe bewirkte. Diese nach ihm benannte Turbine wurde ein Welterfolg: jede fünfte Turbine auf dem Globus ist eine Kaplan-Turbine. Kaplan musste sich in langen kräftezehrenden Patentprozessen durchsetzen. Erst relativ spät konnte er die materiellen Erträge aus seiner Erfindung ernten. Er starb am 23. August 1934 und wurde auf seinem Landgut Rochuspoint in Unterach am Attersee begraben.
Freitag , 27.11.2026
19.00 Uhr / kunsthaus muerz /anton webern saal
Eröffnung & Moderation
Lara Köck-Russold
Josef Maierhofer – Tuba
Mauricio Kagel
Mirum für Tuba
19.15 Uhr / kunsthaus muerz / clix
Festrede
Helmut Jaberg
„Viktor Kaplan“
20.00 Uhr
Akademisches Wirtshaus
„Das Vermächtnis Viktor Kaplans“
Helmut Benigni
Gerlind Weber
Stefan Pachmajer
21.00 Uhr
Empfang der Bürgermeister der Stadt Mürzzuschlag und der Marktgemeinde Neuberg an der Mürz
Karl Rudischer | Peter Tautscher
Samstag , 28.11.2026
10.00 Uhr / Bahnhof Mürzzuschlag
Besichtigung der Kaplan Points
Zusammentreffen an der Gedenktafel am Bahnhof
11.00 Uhr
Besichtigung des Wasserkraftwerks Auwehr
Zusammentreffen am Krafthaus, Grüne Insel 6
19.00 Uhr / kunsthaus muerz / anton webern saal
Ein Konzert für Viktor Kaplan
Das Jess-Trio Wien spielt Werke von:
Franz Schubert
Anton Webern
Leoš Janáček
Cécile Chaminade und
Arnold Schönberg
Josef Maierhofer ist Universitätsprofessor für Basstuba der Kunstuniversität Graz. Nach langjähriger Tätigkeit im Orchester der Wiener Staatsoper und der Wiener Philharmoniker wurde er 1991 zum Professor berufen. Seine Promotion zum Dr. phil. schloss er 2008 mit der Dissertation „Die Basstuba und ihre Vorläufer im Opern und Sinfonieorchester seit Mozart“ ab. Ein besonderes Anliegen ist Josef Maierhofer seit vielen Jahren die zeitgenössische Musik. Ur- und Erstaufführungen sowie die Auseinandersetzung mit neuer Literatur für Basstuba bilden einen wesentlichen Bestandteil seines künstlerischen Wirkens als Solist,
Orchestermusiker und Lehrer.
Mauricio Kagel (1931–2008) war ein renommierter argentinisch-deutscher Komponist, Dirigent, Librettist und Regisseur, der als einer der bedeutendsten Pioniere der Neuen Musik und des „Instrumentalen
Theaters“ im 20. Jahrhundert gilt. Gründung des Orchesters des Teatro Colón in Buenos Aires. Übersiedlung nach Köln. Gründung des Kölner Ensembles für Neue Musik. Dozent bei den renommierten Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. Professor für Neues Musiktheater an der Hochschule für Musik und Tanz Köln als Nachfolger von Karlheinz Stockhausen.
Mirum für Tuba ist eines der bekanntesten zeitgenössischen Solowerke für Tuba von Mauricio Kagel. Das Stück bricht mit traditionellen Spielweisen und gilt als ein Meilenstein des theatralischen Musiktheaters im Solo-Repertoire. Kagel verwandelt den Musiker auf der Bühne in einen Akteur. Das Werk verlangt weit mehr als das reine Blasen von Tönen, Sprech- und Stimmtechniken: Der Tubist muss während des Spiels
Vokale sprechen oder flüstern, Mimik und Gestik sind fest in der Partitur vorgeschrieben. Das Werk zeigt extreme Dynamikwechsel und perkussive Effekte auf dem Instrument und stellt extreme Anforderungen an die Flexibilität des Interpreten.
Gerlind Weber studierte Raumplanung, Soziologie und Rechtswissenschaften in Wien. Sie startete 1976 ihre wissenschaftliche Laufbahn an der Technischen Universität Wien. Im Jahr 1991 wurde sie als Universitätsprofessorin für Raumplanung und Raumforschung an die Universität für Bodenkultur Wien berufen. Bis zu ihrer Emeritierung leitete sie das Institut für Raumplanung und Ländliche Neuordnung. Sie lehrte an zahlreichen Universitäten und hatte Gastprofessuren an der ETH Zürich und an der Kyoto University inne. Aktuell setzt sie als freischaffende wissenschaftliche Konsulentin ihr berufliches Engagement fort. Ihre Schwerpunkte sind die nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume, Folgen des demographischen Wandels, Bodenschutz.
Helmut Jaberg ist ein bekannter Experte auf dem Gebiet der hydraulischen Strömungsmaschinen (Pumpen, Turbinen, Armaturen und Gesamtsysteme). Er war von 1995 bis 2020 Universitätsprofessor
und Leiter des Instituts für Hydraulische Strömungsmaschinen an der Technischen Universität Graz. Studium der Luft- und Raumfahrttechnik in Stuttgart, München und Southampton. Eintritt in die MTU München GmbH: Tätigkeit als Berechnungsingenieur für Großturbinen in der Triebwerksentwicklung, Universitätsassistent an der Universität Stuttgart. Beim führenden Pumpenhersteller KSB AG als Abteilungsleiter in Forschung und Entwicklung und Direktor des Geschäftsfeldes Industrietechnik tätig. Von 1995 bis 2020 lehrte und forschte er als Ordinarius an der TU Graz, wo er das Institut maßgeblich prägte und international positionierte. Schwerpunkte seiner Tätigkeitsfelder sind Strömungsmechanik, Kreiselpumpen, Wasserturbinen, numerische Strömungssimulation (CFD) und Anlagenmesstechnik.
Helmut Benigni ist Experte auf dem Gebiet der hydraulischen Strömungsmaschinen und als Universitätsprofessor stellvertretender Leiter des Instituts für Hydraulische Strömungsmaschinen
an der Technischen Universität Graz. Er studierte Maschinenbau an der TU Graz und hat sich im Bereich der numerischen Strömungssimulation (CFD) und der Optimierung von hydraulischen Maschinen (Pumpen und Turbinen) spezialisiert. Forschungsschwerpunkte sind: Numerische Simulation und 3D-CFD (Computational Fluid Dynamics), Analyse, Design und Optimierung von hydraulischen Strömungsmaschinen und Gesamtsystemen (Wasserkraft, Pumpen, Armaturen), Instationäre Vorgänge, Druckstöße und Kavitation Fluid-Struktur-Wechselwirkungen.
Stefan Pachmajer ist Absolvent der Technischen Physik an der TU Graz und Geschäftsführer der Viktor Kaplan Muerz GmbH. Im Zentrum seiner Arbeit steht das erneuerbare Energiesystem als Ganzes: das Zusammenspiel unterschiedlicher Erzeugungstechnologien, elektrischer Speicher, Verbraucher, Netze und intelligenter Steuerung. Er entwickelt, realisiert und betreibt integrierte Energiesysteme und verbindet dabei technische, energetische und wirtschaftliche Anforderungen. Gemeinsam mit Univ.-Prof. Stefan Spirk und der Ecolyte GmbH arbeitet er zudem an der Überführung nachhaltiger Redox-Flow-Speicher auf Basis erneuerbarer Rohstoffe aus der Forschung in die praktische Anwendung. Damit knüpft seine Arbeit in zeitgemäßer Form an eine zentrale Frage Viktor Kaplans an: wie erneuerbare Energie durch technische Innovation möglichst wirksam nutzbar gemacht werden kann.
Lara Köck-Russold
studierte Infrastrukturwirtschaft an der FH JOANNEUM Kapfenberg mit der Vertiefung Energie und Umwelt. Sie sammelte während des Studiums praktische Erfahrungen beim LandesEnergieVerein Steiermark.
Lara Köck-Russold ist als Prokuristin in der viktor kaplan muerz gmbh tätig und beschäftigt sich insbesondere mit Fragen der Energieversorgung durch erneuerbare Energien und der Wissensvermittlung rund um die Klimakrise. Sie war Mitglied der Grünen im Landespartei- und im Bundesparteivorstand: von 2017 bis 2024 war sie Abgeordnete zum Steiermärkischen Landtag und 5 Jahre lang stellvertretende Klubobfrau.
Kaplan Kreisverkehr Sujet2026 ©: Werner Flieser